Überall das gleiche Bild: Die für die Weihnachtsmärkte in Franken Verantwortlichen reagieren besonnen auf die Berliner Ereignisse vom Montagabend. Alle Märkte bleiben geöffnet.

Wo nötig, so zum Beispiel in Nürnberg, werden die Polizeikräfte nochmals verstärkt. Seitens der Polizei wird an die Bevölkerung appelliert, sich bei allem Verständnis nicht zu große Sorgen zu machen. Konkrete Hinweise auf Anschläge in der Region lägen nicht vor. Es werde alles getan, um die Sicherheit der Weihnachtsmarktbesucher zu gewährleisten. Auf den größeren Märkten der Region stellt sich die Situation wie folgt dar:

Würzburg: Nein, der Würzburger Weihnachtsmarkt wird wegen des Anschlags in Berlin nicht geschlossen. Klare Ansage des Pressesprechers der Stadt, Christian Weiß. Er verwies darauf, dass die Stadt in enger Abstimmung mit den Sicherheitsbehörden ein Konzept erstellt habe, an dem man auch nach dem Berliner Ereignis nicht rütteln werde. Schon deshalb nicht, weil die Zugangswege zum Würzburger Weihnachtsmarkt so beschaffen seien, dass Anschläge mit größeren Fahrzeugen wie Lkw gar nicht möglich seien. Einzige aktuelle Maßnahme: Die Präsenz der Polizei auf dem Weihnachtsmarkt wird nochmals erhöht.

Nürnberg: Dienstag Vormittag berieten die Verantwortlichen der Stadt zusammen mit der Polizei, inwieweit die Sicherheitsvorkehrungen für den Christkindlesmarkt weiter verstärkt werden könnten. Dabei haben sich die Nürnberger bereits ein verschärftes Sicherheitskonzept einfallen lassen. So blockieren seit Beginn quergestellte Polizeifahrzeuge alle Zugänge zum Nürnberger Hauptmarkt. Anschläge mit Lastwagen will man so verhindern.
Elke Schönwald, Sprecherin des Polizeipräsidiums Mittelfranken, sagte, dass man das Sicherheitskonzept nochmals angepasst habe. Das heißt, die Polizeipräsenz auf dem Markt wird nochmals erhöht. Zudem sollten Beamte mit einsatzbereiten Maschinenpistolen für eine Abschreckung möglicher Angreifer sorgen.
Der verstärkte Einsatz auch von Kräften der Bereitschaftspolizei solle zudem das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung stärken. Das tägliche Bühnenprogramm vor der Frauenkirche wollte man trotz des Anschlags auch gestern den Marktbesuchern nicht vorenthalten. Christine Beeck, Leiterin des Nürnberger Marktamts, verwies allerdings darauf, dass zum Gedenken an die Opfer um 18 Uhr ein Glockenläuten verschiedener Stadtkirchen vorgesehen sei.

Forchheim: Der Oberbürgermeister der Stadt Forchheim, Uwe Kirschstein (SPD), machte schon vor einer Besprechung der für Sicherheit und Ordnung zuständigen Stellen deutlich, dass der Forchheimer Weihnachtsmarkt geöffnet bleibt. Nach Rücksprache des Ordnungsamtsleiters mit der örtlichen Polizei werden zusätzlich Maßnahmen zur Sicherheit ergriffen. So werden an den Hauptzufahrten zum Weihnachtsmarkt Sperren errichtet, um Großfahrzeugen den Zugang Richtung Rathaus zu versperren. Zusätzlich zur bisherigen Nachtwache wird ein Sicherheitsdienst eingesetzt, der Streife geht und Kontrollen an den Eingängen durchführt.

Bayreuth: Auch in Bayreuth wird der Weihnachtsmarkt nicht geschlossen. "Der Weihnachtmarkt wird zu den üblichen Zeiten geöffnet haben", sagte Stadt-Sprecher Joachim Oppold.

Coburg: Mit Blick auf die Ereignisse in Berlin sagt Coburgs Oberbürgermeister Norbert Tessmer: "Natürlich schaut man nach so einer schlimmen Tat auf die eigene Stadt und überlegt, ob die Sicherheitsmaßnahmen ausreichend sind." Im engen Austausch mit der Polizeiinspektion Coburg sei zu keinem Zeitpunkt die Beendigung des Weihnachtsmarktes in Erwägung gezogen worden. Vorsorglich werde aber die Polizei die Präsenz im Umfeld des Weihnachtsmarktes verstärken. "Es wäre ein falsches Zeichen, sich von dem Terror einschüchtern zu lassen und unseren Weihnachtsmarkt zu schließen", so Tessmer.

Bamberg: Auch der Bamberger Weihnachtsmarkt wird trotz der Vorfälle von Berlin in den nächsten Tagen wie geplant geöffnet sein. Pressesprecherin Ulrike Siebenhaar sagte auf Anfrage, dass man sich seitens der Stadt bereits am Dienstagmorgen mit der Polizei kurzgeschlossen habe. Ergebnis: "Die Zahl der Streifen wird deutlich erhöht und es gibt mehr zivile Beamte." Auch wenn es keine umfassende Sicherheit geben könne, gehe aktuell für alle bayerischen Weihnachtsmärkte keine konkrete Bedrohungslage aus.
Das bestätigt auch der Pressesprecher des Polizeipräsidiums Oberfranken, Alexander Czech, "Für Oberfranken haben wir derzeit keine Anhaltspunkte für eine konkrete Gefährdung. Dennoch werden wir auf den Weihnachtsmärkten die Sicherheitsmaßnahmen durch eine verstärkte Präsenz erhöhen."