Fast unüberwindbar mit Canalissimo, dem Kulturfest am Alten Kanal, verbunden ist regnerisches Wetter. Es gab keine der bisher acht Veranstaltungen, die nicht mehr oder weniger verregnet war.
Auch beim diesjährigen Auftakt schien sich der "Fluch" wieder durchzusetzen. Denn nach einer längeren Schönwetterperiode gewitterte es am Donnerstag heftig und es regnete wieder einmal ins Kulturfest. Doch danach hatte der "Wettergott" ein Einsehen mit den Veranstaltern und Besuchern und bescherten ihnen die restlichen drei Tage viel Sonnenschein.

"Es war sicherlich vom Wetter her das schönste Fest. Aber besonders am Wochenende war es einfach zu heiß", bilanzierte Mitveranstalter Werner Richter. Denn Temperaturen jenseits der 30-Grad-Marke hielten tagsüber viele Besucher vom Fest am Alten Kanal fern. Erst zum späten Abend hin füllte sich der Alte Kanal zwischen Nonnenbrücke und Untere Brücke mit tausenden von Menschen. "Damit können wir Wirte unterm Strich eine doch positive Bilanz ziehen", sagte Richter.

Allerdings, so gab Mitveranstalter Jürgen Riegel zu bedenken, sei Canalissimo gerade am Samstagabend zur venezianischen Nacht an sein Limit gekommen. "Größer darf unser Kulturfest nicht mehr werden. Zumal wir keine zweite Sandkirchweih sein wollen", unterstrich er. Dennoch sei auch er mit dem achten Kulturfest sehr zufrieden. Es war einmal mehr eine friedliche Veranstaltung mit einem tollen Publikum bei schönstem Wetter gewesen.

Man werde jedoch nächstes Jahr wieder versuchen wieder mehr das Wasser und die Kultur in den Mittelpunkt zu stellen. Denn mit dem Feuervogel und ähnlichen kulturellen Darbietungen hätte man jedem Abend des Festes eine Attraktion bieten können. Heuer standen als Hauptattraktion die Lichtinstallation unter der Unteren Brücke, die von Häftlingen der Justizvollzugsanstalt Ebrach gestaltet wurde, sowie die venezianische Nacht im Mittelpunkt. Dabei glitten beleuchtete Gondeln zur Musik aus italienischen Opern auf dem Wasser zur Nonnenbrücke. Es sang die Sopranistin Viola Fabretti.

Und wie urteilten die Besucher? Eine kleine Reisegruppe aus dem Sauerland entdeckte zufällig das Fest am Alten Kanal und genoss es einen Abend lang: "Wir unternehmen viele Städtetouren. Eine Veranstaltung wie Canalissimo bringt Bamberg jede Menge Pluspunkte ein." Irgendwie, so lobten sie, fühle man sich wie im Venedig: "singende" Gondeln, laue Sommernächte und eine tolle Wasserkulisse.