Am Ortseingang stehen Schilder. "Zufahrt zum Nahkauf frei", "Metzgerei Bischof: Zufahrt über Seeleite", "Zufahrt zur Apotheke bis Baustelle frei". Die Gewerbetreibenden aus Trabelsdorf haben sie aufgestellt. Damit klar wird: Wir haben trotz Baustelle offen und sind erreichbar.

Dennoch trifft die Vollsperrung der Durchfahrtsstraße vor allem die Geschäftsinhaber empfindlich. Zum Beispiel Dirk Friesen. Sein Nahkauf-Markt befindet sich am Ortseingang aus Richtung Walsdorf. Seit vergangene Woche aufgrund der Straßensanierung die Durchfahrt komplett dicht gemacht wurde, beklagt er einen Umsatzeinbruch von 50 Prozent.

Seit Montag hat sein Markt deshalb bis auf Freitag nur noch vormittags geöffnet. Seinen Aushilfen hat er Zwangsurlaub verpasst. Anders gehe es nicht. Im Gemüseregal sind einige Lücken zu erkennen. Er bestelle nur noch bestimmte Frischware.

Die Kunden würden wegen der Baustelle wegbleiben. Heutzutage sei dies fatal: Habe sich ein Kunde einmal entschieden, woanders einzukaufen und findet sich zu recht, dann bleibe er dort hängen, fürchtet Friesen um seine Stammkunden. Was dem Marktleiter noch zu schaffen macht: Die Ortsdurchfahrt Tütschengereuth ist wegen einer Baustelle der Gemeinde Bischberg stillgelegt. Die Straße führt direkt an seinem Markt vorbei. Auch von dort kommt kein Auto mehr.

Die Baustelle hatte bereits im Frühjahr begonnen und dauert noch bis nächstes Jahr. Warum koordiniert das keiner?, fragt sich Friesen. Der Marktleiter fühlt sich im Stich gelassen - auch von der Gemeinde. Es sei immer gesagt worden, die Geschäfte seien erreichbar, aber wie, das sei nicht kommuniziert worden. Die Gewerbetreibenden sind deshalb selbst aktiv geworden und haben die Schilder am Ortseingang aufgestellt. Die Gemeinde hat sich aus Sicht von Friesen zu wenig gekümmert. "Eine Versammlung wäre richtig gewesen, um Geschäftsinhaber aufzuklären - so weiß keiner Bescheid, wie man in den Ort fahren kann."

Direkte Zufahrt nicht möglich

Er ist mit seiner Meinung nicht allein. Auch Robert Dollinger von der Schloss-Apotheke beklagt einen Umsatzrückgang wegen der Baumaßnahme. Seine Apotheke liegt direkt im gesperrten Gebiet auf Höhe des Trabelsdorfer Schlosses. Eine direkte Zufahrt ist nicht möglich. "Man kann einen Ort nicht vier Wochen zumachen, wenn es keine Durchfahrtsmöglichkeit gibt", findet Dollinger. Die Gemeinde hätte bereits im Vorfeld beim Staatlichen Bauamt nachfragen sollen: Wie plant ihr das?

Nebenan in der Metzgerei Bischof sieht man das ähnlich. Das Geschäft hat bis auf freitags nur noch halbtags offen, das Personal wurde wegen der Baustelle in den Urlaub geschickt. Chefin Sabine Laux-Bischof lobt zwar die gute Zusammenarbeit mit den Arbeitern vor Ort. Doch funktioniere die Kommunikation mit der Gemeinde weniger gut.

Von ihrer Kritik schließt sie Bürgermeister Michael Bergrab (ÜPL) explizit aus. Er habe schließlich auf seiner Facebook-Seite oder im Steigerwald-Kurier auf die Erreichbarkeit der Geschäfte hingewiesen. Doch sonst habe es seitens der Verwaltung geheißen: nicht zuständig.

Gemeinde sieht kaum Möglichkeiten

Die Gemeinde habe kaum Möglichkeiten gehabt, sagt Geschäftsleiter Adam Götz. Schließlich sei das eine Maßnahme des Staatlichen Bauamtes. Man habe sich aber dafür eingesetzt, dass die Sanierung schnell vorangehe. Auch habe man auf die zeitgleiche Maßnahme in Tütschengereuth hingewiesen.

Beim Staatlichen Bauamt heißt es: Die Sanierung sei aufgrund des Straßenzustands nicht aufschiebbar, eine Vollsperrung sei nicht vermeidbar gewesen, die Fahrbahn sei zu schmal. Man gebe solche Maßnahmen frühzeitig bekannt. Normalerweise müssten sich Gewerbetreibende wegen einer Ausschilderung an die Gemeinde wenden, die könne dem Bauamt Bescheid geben, das dann aktiv werde. Doch sei das nicht geschehen.
Bürgermeister Bergrab wundert sich ob der Kritik: Die Maßnahme sei bereits im Januar auf dem Tableau gewesen. Doch sieht er auch die Bürger in der Pflicht, trotz Baustelle die Geschäfte weiter zu besuchen. Dennoch nimmt er die Kritik ernst: Das Zusammenspiel habe nicht ganz geklappt, auch, "weil die Gewerbetreibenden nicht so auf uns zugekommen sind". Die Kommunikation müsse man verbessern.

Ein Lichtblick für Nahkauf-Chef Dirk Friesen und andere Geschäftsinhaber: Die Baustelle könnte früher als geplant - noch vor dem 20. Juni - verschwunden sein.