Da nimmt man doch lieber den Bus! Und bricht schon in der dritten Folge von "Zehn Minuten und ein Handy" die Regeln: Aus dem Auto steigen, umsehen und fotografieren ... ist am Bamberger Maxplatz nur mit wahnsinnig viel Glück oder dem Mut zum Knöllchenkassieren möglich. Die Alternative: weit weg parken - und die zehn Minuten mit Laufzeit verplempern.

Gibt es etwas romantischeres als einen Weihnachtsmarkt bei starkem Wind und mittelstarkem Regen? In voller Mittagshelligkeit? Da wird's einem doch richtig warm ums Herz.

Tote Hose. Die Gänge zwischen den Budenreihen sind bei diesem Wetter so gut wie leer. Die um die Mittagszeit Hungrigen schauen, dass sie mit der Bratwurst, der Waffel oder dem Glühwein so schnell wie möglich unter eine der Dächer-Inseln kommen, an denen man stehen, sein Glas "parken" und mit "Mit-Essern" ins Gespräch kommen kann.

Gut, wenn dort eine Wärmequelle die klammen Hände wieder geschmeidig macht. An einem Stand kann man in die Flammen eines Ofens blicken, während das Heißgetränk beginnt, seine Wirkung zu entfalten.
Um die Mittagszeit stehen vor allem Schüler an den Esswaren- und Getränkehütten an. Ob in den Grüppchen der Jüngeren wirklich jeder nur Kinderpunsch in der Tasse hat?

Den Zauber des Weihnachtsmarktes muss man um diese Uhrzeit suchen. Und nicht nur maulen, dass nichts los und das Angebot auf anderen Märkten größer ist.


Auf Gedankenreise gehen

An jedem Stand, wirklich an jedem, hängt, steht oder liegt etwas, das Erinnerung wachruft und zu dem einem die wunderlichsten Gedanken kommen.

Sogar Galoppiergeräusche konnte man dem Steckenpferd aus Plüsch abfordern. Trotzdem ist es fürs Patenkind damals ziemlich schnell uninteressant geworden. Vielleicht hätte die Socken-Mähre mit den Dreadlocks seine Aufmerksamkeit ja länger gefesselt.

Filzclogs mit Rentieren drauf. Ähnliche gehörten mal sehr sehr kurz zum eigenen Schuh-Bestand. So lange, bis ein von der Küchenarbeitsplatte abgestürztes, halbvolles Glas Honig auf dem Fliesenboden detonierte und die Latschen mülltonnenreif machte.

Harry Potter und seine Schulkameraden würden neidvoll auf die Kupferkessel blicken, in denen ab dem Nachmittag "Bamberger Feuerzangenbowle" simmert. Zaubertränke brauen muss man nicht selbst. Aber endlich mal den englischen Harry-Potter-Band lesen, der seit dem letzten London-Aufenthalt immer noch im Bücherregal steht.

Die Keramikkatzen im Klee. Schön. Sie hinterlassen da nichts. Ganz im Gegensatz zu ihren echten Verwandten. Auf der Außentreppe daheim. Zum zweiten mal in dieser Woche. Belanglose Erinnerungen einer fremden Person sind das? Absicht! Machen Sie ihre eigene Gedankenreise auf dem Bamberger Weihnachtsmarkt.