Die Beweisaufnahme im Mordprozess gegen einen 24-Jährigen aus dem Landkreis Bamberg ist nahezu abgeschlossen. Über 20 Zeugen, darunter Polizisten und Sachverständige wurden an drei Tagen in der Verhandlung vor dem Schwurgericht des Landgerichts Bamberg gehört. Am Mittwochmorgen gab Vorsitzender Richter Manfred Schmidt bekannt, dass nun am Donnerstag, 10. Dezember, das Urteil fallen soll.

Für den Donnerstagmorgen sind zunächst die Plädoyers angekündigt. Mit Spannung werden die Worte von Staatsanwalt Markus Reznik erwartet. Im Laufe der Verhandlung hatten einige Zeugen andere Angaben als bei der Polizei gemacht. Die Aussagen hatten den Angeklagten ursprünglich schwer belastet. Dieser soll gewusst haben, wie schlecht es dem späteren Opfer, einem 27-Jährigen, gegangen war. Diese Aussagen wiederholte der Hauptbelastungszeuge vor Gericht nicht. Ob damit die Mordanklage Bestand hat, wird man am Donnerstag wissen.

Dem Angeklagten wird Mord und versuchter Mord vorgeworfen. Er hatte zu einer privaten Party in Bamberg vor einem Jahr eine Flasche Gammabutyrolacton (GBL) - sogenannte "K.o.-Tropfen" - mitgebracht. Nach dem Konsum war der 27-Jährige gestorben.

Die Staatsanwaltschaft Bamberg beschuldigt den Angeklagten, die Flasche frei auf den Wohnzimmertisch gestellt und nicht vor den Gefahren des Konsums gewarnt zu haben. Als es dem späteren Opfer und einem weiteren Mann schlechter ging, habe er sich nicht um schnelle Hilfe bemüht. Die Staatsanwaltschaft glaubt, dass der Angeklagte nicht den Notarzt gerufen habe, aus Angst, Probleme mit der Polizei zu bekommen.

Der Mann soll abhängig von unterschiedlichsten chemischen Stoffen wie GBL, Amphetaminen und Benzodiazepinen sein. Möglicherweise war er zum Zeitpunkt des Geschehens vor einem Jahr vermindert schuldfähig. Er könnte damit auch mehrere Jahre in eine Entzugseinrichtung kommen.