Nach einem ersten Spitzengespräch im Rathaus zum Theresianum gibt sich Gastgeber und OB Andreas Starke (SPD) verhalten zuversichtlich. Die Chancen, dass das Spätberufenen-Gymnasium der Karmeliten unter einer veränderten Trägerschaft doch noch eine Zukunft hat, stehen so schlecht nicht.

Bambergs Oberbürgermeister sagte am Dienstag nach einer Unterredung hinter verschlossenen Türen im Telefoninterview mit der Redaktion: "Das war ein ermutigender Schritt. Ich bin optimistischer als vorher."

Letztes Wort nicht gesprochen

Anfang Juni sah es noch so aus, als ob das Ende der traditionsreichen Bildungsstätte "Am Knöcklein" besiegelt wäre. Da waren die Karmeliten mit ihrer Entscheidung an die Öffentlichkeit gegangen, das Haus aus personellen und finanziellen Gründen zu schließen.

Die Nachricht schlug in der Schulgemeinschaft, bei den Ehemaligen und der interessierten Öffentlichkeit ein wie eine Bombe: Es folgten Solidaritätsaktionen mit den Theresianern, Leserbriefe, Unterschriftensammlungen, die Facebook-Kampagne "#rettetdastheres" und mehr.

Kirche und Politik wurden von den verschiedensten Seiten aufgefordert, sich für eine Rettung der Schule einzusetzen, die als einzige in Oberfranken auch Hauptschülern den Weg zum Abitur ebnet.

Namen noch unter Verschluss

Die Appelle blieben nicht ungehört: Es gibt konkrete Rettungsversuche. Inzwischen ist von drei möglichen neuen Trägern die Rede. Namen nennt auch Oberbürgermeister Starke noch nicht. Es soll sich um in der Region nicht unbekannte Bildungsträger handeln, von denen zumindest einer auch einen kirchlichen Hintergrund hat.

Wie konkret deren Interesse ist und wie sich eine solide Finanzierung der Schule auf Dauer bewerkstelligen lässt - das sind die zentralen Fragen, um die es am "runden Tisch" im Rathaus geht und die im Lauf der nächsten Wochen abgeklärt werden müssten. Unmittelbar nach der Sommerpause wolle man sich erneut im Rathaus treffen, kündigte Starke an.

Der Oberbürgermeister lud ein

Es ist eine hochkarätig besetzte Runde, die erstmals am Dienstag auf Einladung des Oberbürgermeisters in Sachen Theresianum zusammengekommen war. Mit Starke und Schulreferent Bürgermeister Christian Lange saßen unter anderem Staatsministerin Melanie Huml, Landtagsabgeordneter Heinrich Rudrof (beide CSU), Regierungspräsident Wilhelm Wenning, Bezirkstagspräsident Günther Denzler, Generalvikar Georg Kestel und Karmeliten-Provinzial Pater Dieter Lankes am Tisch.

Letzterer wollte im Anschluss keinen Kommentar geben und verwies auf eine getroffene Vereinbarung, wonach die Pressestelle des Rathauses die Öffentlichkeit informieren werde.

In der Mitteilung von Stadtsprecherin Ulrike Siebenhaar heißt es, dass MdL Heinrich Rudrof von einem ersten Vorgespräch mit einem bekannten Bildungsträger berichtete, der grundsätzlich Interesse bekundet habe, in die Trägerschaft für das Theresianum einzusteigen.

Provinzial Pater Dieter Lankes habe über eine Kontaktaufnahme mit einem weiteren Interessenten informiert.

Ein dritter Bildungsträger habe der Stadt gegenüber Interesse bekundet. Mit diesen sollen in den nächsten Wochen konkrete Verhandlungen geführt werden.

Weitere Förderung zugesagt

Was laut Pressemitteilung auch zur Sprache kam: Der Freistaat Bayern und die Erzdiözese Bamberg sollen signalisiert haben, dass sie ihre bisherigen Förderungen für die Schulform des Theresianums grundsätzlich nicht infrage stellen.

Mit Stefan Reheuser hatte auch der stellvertretende Leiter des Theresianums am Spitzengespräch teilgenommen. Er sprach hinterher auf Anfrage von einem "konstruktiven Prozess", der gestartet worden sei.
Und er sagte, dass er sich davon entlastet fühle: "Nun kann ich meine Energie wieder verstärkt der pädagogischen Arbeit vor Ort widmen." Reheuser hatte an vorderster Front die verschiedenen Kampagnen zur Rettung des Spätberufenen-Gymnasiums angeführt.

Es sei "sehr deutlich geworden, dass wir uns die Schließung der Schule nicht leisten können", fasste auf Anfrage Heinrich Rudrof seinen Eindruck von der Unterredung zusammen.

Ähnlich äußerte sich auch Bambergs Oberbürgermeister: Er attestierte dem Theresianum "eine große soziale Bindungskraft" für die Stadt, die zu erhalten alle Anstrengungen wert sei.