Eine rundum positive Bilanz des Museumstages zog Regina Hanemann am Montag: "Ich bin sehr zufrieden, denn durchgängig war dichtes Gedränge in allen Häusern zu beobachten." Der Direktorin der städtischen Museen fiel besonders auf, dass die Verweildauer der einzelnen Besucher dieses Mal viel länger war: "Das lag sicher auch am vielfältigen Angebot für alle Altersgruppen", vermutete Hanemann.

Immer wieder sei sie auf Leute gestoßen, die sagten: "Hier gibt es ja so vieles Interessantes zu sehen, da müssen wir unbedingt wiederkommen!" Das freue sie natürlich, so die Museumschefin: "Herzlich willkommen, kann ich da nur sagen!"

Tatsächlich geht die Zahl der Besucher in allen Museen, die geöffnet hatten, in die Tausende. Fleißige Mitarbeiter führten Strichlisten. "Wir sind stolz auf die tollen Zahlen", jubelte auch Sabine Hölscher vom Diözesanmuseum über die Hunderte Interessierten, die das Haus neben dem Dom stürmten. Darunter besonders Familien mit Kindern, die sogar die kostenpflichtigen Führungen zu den Schätzen wie Kaisermäntel oder Papstornat nutzten.

Wer sich selbständig auf Erkundungstour begeben wollte, konnte das bei freiem Eintritt auch tun. "Der freie Eintritt ist klasse", meinte etwa Michaela Klose aus Gundelsheim. Man könne reinschnuppern: "Man weiß ja nie, wie lange die Kinder im Museum aushalten", lachte sie. Dabei waren es gerade ihre Sprösslinge Lisa (6) und Lukas (9), die sich bei der angebotenen Alternative an diesem verregneten Muttertag "Schwimmbad oder Museen" für die Kunst entschieden hätten. Mit Papa Uwe und der Mama ging es zunächst in die Stadtgalerie Villa Dessauer und damit in Karl Mays Traumwelten. "Super" sei es dort mit den Indianern gewesen, lautete der eindeutige Kommentar von Lisa und Lukas.

Nach Winnetou und Co. zog es die Familie Klose in das E.T.A.-Hoffmann-Haus am Schillerplatz. Das enge, verwinkelte Innenleben, das "Gedankenmikroskop" oder das "Poetenstübchen" weckte die Fantasie der jungen Museumsbesucher. Machte sogar Lust auf die nächste Station: das Historische Museum in der Alten Hofhaltung.

Keramik und Fossilien

Dort wartete neben etlichen Sonderführungen Bambergs berühmtester Türknauf darauf, neu entdeckt zu werden: Ein Gipsabguss des "Apfelweiblas" konnte von Jung und Alt farbig bemalt werden. Die Regensburger Touristen Martin Danner und seine Freundin Anja Vogt etwa hatten sich erst im Museum das Original angeschaut, um dann in Farbtöpfen zu rühren und den Pinsel zu schwingen: "Wir nehmen unsere Werke natürlich mit nach Hause", verkündeten die beiden.

Werke der außergewöhnlichen Art versetzte die Besucher der Sammlung Ludwig im Alten Rathaus in Entzücken: Picassos Keramik. Auch durch diese einzigartige Ausstellung ließen sich Hunderte führen. Naturschätze wie exotische Vögel, Schmetterlinge, Fossilien und mehr lockten ebenfalls Besucherscharen ins Naturkundemuseum. "Alle Veranstaltungen waren gut frequentiert", bilanzierte Museumsleiter Matthias Mäuser erfreut.

Einzig das Gärtner- und Häckermuseum verzeichnet weniger Schaulustige. "Es tröpfelt", meinte Besucherbetreuerin Carolin Horber-Kovacic noch am Sonntagmittag mehrdeutig, nachdem eine Führung durch den Sortengarten im Regenschauer endete. Dabei konnte Kurator Hubertus Habel so aufschlussreich über die Lokalsorte der Bamberger birnenförmigen Zwiebel erzählen, deren Samen bisher verschollen geglaubt war.