Von Heinz Friedel kommen versöhnliche Töne: Der Seniorchef des Modellbauladens und Sprecher des Wohnhauses direkt gegenüber des Stadtstrandes hatte vor dessen Eröffnung im FT die Sorge gehabt, "dass nachts Halli-Galli angesagt" ist. Heute sagt er: "Wenn es so bleibt, wie bisher, kann man damit leben." Nur das große Kühl- oder Stromaggregat sei manchmal recht laut zu hören.

Die Veranstalter wissen um die Befürchtungen der Anwohner und hatten mit diesen im Vorfeld Kontakt aufgenommen - und gehalten. Sie alle haben über eine Handynummer einen direkten Draht zur Projektleitung.
Gab es in den gut zwei Monaten, die das Projekt "Welterbe trifft Küstenstrand" nun läuft, irgendwelche Beschwerden? Veranstalter Joachim Krohn aus Forchheim spricht von einem Fall, in dem sich Anwohner am gegenüberliegenden Weidendamm gestört gefühlt hätten. "Da haben wir einfach die Ausrichtung der Lautsprecher etwas geändert."

Ein anderes Mal hätten Anlieger über zu laute Musik geklagt, die man dann direkt leiser gestellt hätte. Dass es bisher nur wenige Beschwerden gibt, führt Krohn vor allem darauf zurück, wie er die Anlage betreibt: "Wir brauchten ein Konzept, dass keine Probleme verursacht. Der Fokus liegt eben nicht auf Lärm- und Saufveranstaltungen." Man setze auf Hintergrundmusik und bei Livemusik auf Akkustik-Konzerte. Krohn meint, dass das Probejahr bisher gut verläuft.


Genehmigung für ein Jahr erteilt

Bambergs Stadtrat hatte die Genehmigung zunächst nur für ein Jahr ausgestellt - wegen problematischer Erfahrungen mit dem Vorgänger-Strand "City-Beach" am Adenauerufer. Gegen diesen hatten Anwohner regelmäßig protestiert.

Das neue Strandkonzept und der andere Standort direkt neben dem alten Hallenbad werden offenbar gut angenommen. Laut Ulrike Siebenhaar, Pressesprecherin der Stadt Bamberg, sind im Rathaus keinerlei Beschwerden aufgelaufen.

Ähnliches ist aus den Stadtwerken, direkter Anlieger am Margaretendamm, zu hören. Das "Strandhaus" nimmt einen Teil des Hallenbad-Parkplatzes ein, dessen Stellflächen auch als Ausweichplätze für Stadtwerke-Mitarbeiter gedient hatten. Wie Sprecher Jan Giersberg mitteilt, seien diese - wie geplant - in das nahe Parkhaus am Georgendamm ausgewichen.

Und welche Zwischenbilanz zieht die Polizei nach zwei Monaten? "Es gab keine Meldungen wegen Ruhestörungen, Müll oder Sonstigem", sagt Sprecherin Silke Gahn. Einmal sei ein 16-jähriger Jugendlicher "dort festgestellt" worden, der zu viel getrunken hatte. Ob er sich vor Ort betrunken hatte oder nur am Stadtstrand aufgegriffen wurde, ist laut Gahn nicht nachzuvollziehen.

Etwas anderes lässt sich dagegen klar feststellen: Das Wetter war bisher einfach zu schlecht. Veranstalter Krohn: "Es war bisher ein extrem enttäuschender Sommer. Das trifft uns - und alle anderen in der Eventlandschaft - sehr, sehr hart." Hatte kurz vor der Eröffnung des Stadtstrandes noch die Sonne geschienen - siehe Artikelbild - "hatten wir in den ersten vier bis sechs Wochen einen schwierigen Start", sagt Krohn.

Er hatte die Hoffnung, einen Teil der Investitionen in sechsstelliger Höhe im ersten Jahr durch den Betrieb zu refinanzieren. "Nun müssen wir den Stadtstrand über andere Projekte mittragen." Die große Hoffnung: viele sonnige Tage bis zum 11. September. Solange läuft der Vertrag mit der Stadt.

Grundsätzlich ist Krohn, der mit seinem Geschäftspartner Markus Zametzer in Bad Kissingen ebenfalls einen Stadtstrand betreibt, mit dem Bamberger Ableger zufrieden. Einheimische und Besucher würden Interesse zeigen. "Sobald das Wetter gut ist, wird die Anlage besucht." Allerdings habe man lernen müssen, dass die Konkurrenz in Bamberg wegen "toller" anderer Gastronomie-Angebote größer sei als etwa in Bad Kissingen. "Da muss das Wetter schon sehr gut sein, dass wir die Nummer 1 auf der Liste sind."

Ob der Veranstalter eine Verlängerung des Vertrages mit der Stadt für das nächste Jahr anstrebt, lässt er offen. Dies hängt vor allem von den weiteren Besucherzahlen ab. "Die Frage, ob man gewillt ist, ein vielleicht defizitäres Projekt weiterzutragen, kann noch nicht beantwortet werden."