Die Ampel an der viel befahrenen Elisabethenkreuzung in Scheßlitz kommt. Das zumindest ist der Wille der Stadträte, der sich am Dienstagabend in einem klaren Votum widerspiegelte: Die Räte stimmten mit 14:3 Stimmen für eine Ampellösung. Damit schmetterte das Gremium einen Bürgerantrag ab, in dem gefordert wurde, dass der Stadtrat seine Meinung ändert.

Bereits vor einem Jahr hatten die Räte mit großer Mehrheit für eine Ampel gestimmt, somit beim zuständigen Staatlichen Bauamt Bamberg den Antrag gestellt, eine solche Lösung für die Kreuzung zu entwickeln. Einige Bürger stemmen sich seitdem dagegen, gründeten auch eine Bürgerinitiative. Sie fürchten unter anderem, dass durch eine Ampel Lärm und Abgase zunehmen würden. In ihrem Antrag haben die Gegner neben der Rücknahme des Antrags mindestens eine Zurückstellung des Antrags gefordert, bis das Integrierte Stadtentwicklungskonzept (ISEK) auf den Weg gebracht ist. Beidem entsprachen die Räte nicht.


Befürworter überwiegen

Für Stadtrat Rainer Kretschmer (SPD) ist die Ampel zwar auch nur die zweitbeste Lösung, doch aus seiner Sicht eine unumgängliche. Kretschmer berief sich auf vorliegende Zahlen der Polizei, die zwischen 2011 und 2015 insgesamt 13 Unfälle gezählt hatte, acht Personen waren an der Kreuzung durch die Zusammenstöße verletzt worden. Das seien eindeutig zu viele. Eine Ampel sei keine Lösung für die Ewigkeit, langfristig müsse man versuchen, den Verkehr aus der Stadt herauszubekommen. "Dafür müssen wir uns stark einsetzen", so Kretschmer.
Wie auch Dritter Bürgermeister Otto Nüßlein (VJW) sprach sich Michael Lindner von der Freien Liste hingegen mit Blick auf ISEK für eine Zurückstellung des Antrags aus. Lindner: "Der Verkehr wird nicht weniger durch eine Ampel." Die Sicherheit müsse zwar erhöht werden, doch würde eine Ampel weitere Möglichkeiten verbauen.
Roland Harnisch (SPD) befand, dass die Sicherheit ein sofortiges Handeln erfordere: "Man sollte es nicht auf die Spitze treiben." Ebenso argumentierten Anton Heinert (Freie Liste) und Helga Geheeb (CSU), die betonte, dass auch die Wartezeiten für Verkehrsteilnehmer aus den untergeordneten Straßen (Anger) verkürzt werden müssten. Dies könne nur durch eine Ampel gelingen.


Keine andere Lösung

Über eine andere Lösung diskutierten die Stadträte nicht. Die Ampelgegner, die in erster Linie aus der Bürgerinitiative "Leben trotz(t) Verkehr" bestehen, brachten im Vorfeld einen Mini-Kreisel ins Spiel, doch machte Bürgermeister Roland Kauper (CSU) in der Sitzung noch einmal deutlich, dass eine solche bauliche Lösung aufgrund der beengten Situation an der Kreuzung nicht möglich sei.

Möglicherweise bereits 2017 könnte die Ampel realisiert werden. Allerdings könnten die Gegner für eine weitere Verzögerung sorgen: Joachim Trautner, Vorsitzender der Bürgerinitiative, sagte noch am Abend der Sitzung, dass die Initiative nun überlege, einen Bürgerentscheid zu initiieren. "Was Memmelsdorf kann, kann Scheßlitz auch!", sagte Trautner gegenüber unserer Zeitung. In Memmelsdorf wurde erst Anfang April ein Gemeinderatsbeschluss durch einen Bürgerentscheid gekippt.