Ekou Gilbert hat gerade an der Bamberger Universität seinen Doktor in Geschichte gemacht. Der 39-jährige Mann von der afrikanischen Elfenbeinküste sucht nun nach einem Arbeitsplatz - möglichst in Bamberg. "Ich fühle mich hier sehr wohl", sagt Ekou strahlend und schiebt seinen Freund aus der Heimat, David So (27), vor. Auch er studiert Geschichte, peilt nach dem Bachelor den Master an.

Doch heute ist erst einmal eine friedliche Demo angesagt: Die beiden Afrikaner machen mit bei der Aktion "Radeln gegen Rassismus". "Wenn etwas gegen Rassismus passiert, sind wir dabei. Die Hautfarbe ist doch nicht wichtig", betonen Ekou und David und treten schon in die Pedale.

Allein etwa 100 Radfahrer haben sich mit ihren Drahteseln am Gabelmann eingefunden. Mit der Aktion "Radeln gegen Rassismus" werden die 21. Interkulturellen Wochen eröffnet.


Kultureller Austausch wichtig


Mohamed Hédi Addala, Vorsitzender des Migranten- und Integrationsbeirates der Stadt Bamberg (MIB), gibt den Startschuss: "Indem Sie heute gekommen sind, setzen Sie ein Zeichen für Toleranz, Mitmenschlichkeit und Willkommenskultur", ruft Addala den vielen Leuten zu, die auch ohne Räder herbeigeströmt sind.

"Den Menschen in unserer Stadt ist der kulturelle Austausch wichtig", schlussfolgert Addala aus der großen Schar.

Die Bürgermeister Christian Lange (CSU) und Wolfgang Metzner (SPD) haben sich am Gabelmann eingefunden, ebenso Landrat Johann Kalb (CSU) und etliche Stadträte. Domdekan Hubert Schiepek und der evangelische Dekan Hans-Martin Lechner sind da. Auch Mehmet Cetindere, der Vorsitzende der türkisch-islamischen Ditib-Gemeinde, fehlt nicht. Schließlich ist die Moschee an der Coburger Straße Endstation der Radtour. Dort warten kulinarische Genüsse auf die Teilnehmer.


"Es ist wichtig, ein Zeichen zu setzen"


Bürgermeister Lange, der das Mitradeln seinem Kollegen Metzner überlässt, spricht immerhin ein Grußwort. Bamberg sei durch die Jahrhunderte hinweg immer eine weltoffene und aufgeschlossene Stadt gewesen, erklärt er. Vor der aktuellen Diskussion um Flüchtlinge und Asylbewerber "ist es wichtig, ein Zeichen zu setzen". Menschen in Not beizustehen, sei nicht nur "eine humanitäre Aufgabe, sondern auch christliche Pflicht", so Lange.
Er lud ausdrücklich zu den vielfältigen Angeboten der Interkulturellen Wochen ein, die unter der Schirmherrschaft von Oberbürgermeister Andreas Starke (SPD) bis zum 9. November laufen. Das Motto lautet "Vielfalt. Das Beste gegen Einfalt."

Eskortiert von freundlichen Polizisten auf Fahrrädern setzt sich der Pulk in Bewegung. Sieben Stationen im Stadtgebiet werden angesteuert, nämlich Institutionen in unterschiedlicher Trägerschaft, die einen Beitrag zur Integration junger Menschen mit Migrationshintergrund leisten.