Seit rund 55 Jahren widmet sich der Bamberger Manfred Hojer nunmehr dem Fechtsport. In all dieser Zeit hat er unzählige Auszeichnungen erkämpft. So beispielsweise die zweimalige Deutsche Meisterschaft oder die Europameisterschaft. Seine höchste sportliche Auszeichnung gelang dem leidenschaftlichen Fechter jedoch erst letztes Jahr, als er im Herren-Florett der Senioren die Vizeweltmeisterschaft holte - und das im Alter von 73 Jahren. "Mit 18 Jahren bin ich aus Spaß zusammen mit einem Freund in ein Fechttraining gegangen, seitdem lässt mich der Sport nicht mehr los", erläutert er. Vor allem begeistert ihn an der Sportart, dass sie nicht nur im hohen Alter noch ausgeübt werden kann, sondern neben Konstitution auch sehr viel Taktik und Strategie benötigt.

Für seine Vizeweltmeisterschaft hat der Diplom-Fechtlehrer, der bis vor acht Jahren im Vorstand einer Krankenkasse tätig war, sich noch einmal richtig ins Zeug gelegt. "Normalerweise trainiere ich zwei bis drei Mal die Woche. Die letzten 14 Tage vor der Weltmeisterschaft hingegen habe ich jeden Tag mit starken Gegnern intensiv trainiert", erläutert er. Eine Taktik, die sich am Ende auszeichnete. Denn er konnte 45 seiner sportlichen Mitstreiter besiegen. Nur der russische Gegner war im kroatischen Porec an diesem Tag unschlagbar. "An Taktik und Strategie hat es mir sicherlich nicht gefehlt, wohl aber an der Konstitution", sagt Hojer.


Ein letztes Mal im internationalen Wettkampf



Dieses Jahr wird der leidenschaftliche Fechter allerdings ein letztes Mal an einem internationalen Wettbewerb antreten und sich im österreichischen Krems noch einmal der Senioren-Weltelite stellen. Auf Landes- und Bundesebene will er jedoch weiterfechten. Und seinen Bamberger Verein, dem TSG 2005, wird er nach wie vor treu bleiben. "Es ist mir immer wieder eine Freude, wenn ich mit unserem Nachwuchs trainiere, und sehe wie hervorragend sich die jungen Menschen entwickeln", betont er.

Besonders freut den Wahl-Bamberger, der erst vor vier Jahren von Hamburg in die Welterbestadt gezogen ist, die städtische Sport-Auszeichnung. "Ich finde die Trophäe gestalterisch sehr gelungen und es ist für mich eine Ehre sie erhalten zu haben."


Mehrere hundert Ausgezeichnete



Neben Manfred Hojer bekamen am Samstag mehrere hundert Sportler für ihre sportlichen Leistungen von der Stadt Bamberg im Rahmen einer kleinen Feierstunde im Foyer der Graf Stauffenberg Schulen eine Urkunde, eine Bronze-, Silber- oder Goldmedaille. Ferner wurden sechs Ehrenamtliche, die sich an verantwortungsvoller Stelle für das Vereinsleben oder den Sport besondere Verdienste erworben haben, geehrt. "Bamberg ist zu Recht eine Sportstadt. Dies kann man nicht nur an den zahlreichen Ehrungen heute Abend sehen, sondern auch daran, dass bei uns jeder Vierte Mitglied in einem Sportverein ist", unterstrich Bürgermeister Werner Hipelius (CSU) in seiner Ansprache.

Auch wenn Wolfgang Metzner, Mitglied im Vorstand des Stadtverbandes für Sport, für sich selbst noch nicht die richtige Sportart gefunden hat, würdigt er doch in seinem Grußwort die breite Palette der in Bamberg ausgeübten Sportarten. Ferner hob er die besondere Bedeutung des Sportes gerade im Jugendbereich hervor. "Der Vereinssport vermittelt Toleranz und Fairplay und fördert das Sozialverhalten der Jugendlichen", so Metzner. Damit leiste der Sport eine wichtige Präventionsfunktion und sei ein Garant dafür, dass man später weniger Gelder in Therapien, Drogenhilfe oder Streetwork investieren müsse.