Der Traum war einmal eine vorbildliche energetische Sanierung des Landratsamtes nach höchsten Standards. Es wurde jedoch schnell klar, dass die Kosten dafür auf, ja sogar 25 Millionen Euro steigen könnten. Darum beschlossen die Kreisgremien im März 2011 mit einer auf 4,5 Millionen Euro abgespeckten Variante in die Entwurfsplanung zu gehen. Doch auch dieser Kostenrahmen war nicht zu halten, wie Kreisbaumeisterin Gabriele Pfeff-Schmidt nun vor dem Bau- und dem Kreisausschuss ausführte.

Was die geschätzten Kosten vor allem rasch bis auf 5,9 Millionen Euro hoch trieb, war eine Vorgeblendete Energie- und Klimafassade nach dem Vorbild des Fränkischen Tags am Berliner Ring. Mit dieser sollte gleich drei Fliegen mit einer Klappe geschlagen werden: Die Fassade sollte zur Beschattung der dahinter liegenden Büro- und Besprechungsräume dienen, gleichzeitig wärmedämmend wirken und den Energieverbrauch senken sowie mit Photovoltaikelementen, die gleichzeitig verschatten und selbst Strom produzieren. Letzteres wäre eine Spezialausführung für das Landratsamt Bamberg werden müssen, da es ein passendes Modell nicht auf dem Markt gebe, so Pfeff-Schmidt.
Schwierigkeiten hätte vor allem die aufwendige Montage dieser Konstruktion, mit zahlreichen Eingriffen in die Gebäudesubstanz bereitet. Die neue Statik hätte zudem enorme Mehrkosten verursacht.
Auch mit einer Herausnahme der Photovoltaik und deren Verlagerung auf das Dach, hätten die vorgegebenen 4,5 Millionen Euro nicht mehr erreicht werden können. Die Idealziele wurden darum ad acta gelegte und die Planung noch einmal auf Null gesetzt.

"Energetische Sanierung ja, aber nur dort wo es Sinn macht", formulierte Landrat Johann Kalb die neue Vorgabe. Und überspitzt: "Wenn es sich erst in 200 Jahren amortisiert, macht das keinen Sinn."
Es wurde also weiter abgespeckt. Herausgekommen ist dabei ein Modell, dessen Gesamtkosten auf 3,26 Millionen Euro geschätzt werden. So sollen etwa Folien und Jalousien mit Tageslichttechnik für ausreichend Schatten in den bislang schnell aufheizenden Büroräumen sorgen.

Finanziell größter Einzelposten der geplanten Sanierung ist nun die Umstellung der Beleuchtung auf LED. Zusammen mit dem Einbau von halbautomatischen Präsenzmeldern, die manuell eingeschaltet werden und de das Licht ausschalten, wenn niemand mehr im Raum ist oder die Tageslichthelligkeit ausreicht. Beides zusammen soll auf etwa 1,5 Millionen Euro kommen.

Die neuen Jalousien, die über eine ebenfalls neue Gebäudeleittechnik gesteuert werden, und einen Sonnenschutzfilmüberzug für die Glasflächen des Treppenturms werden zusammen etwa 680 000 Euro kalkuliert. Rund 360 000 Euro wird die Erneuerung der Klima- und Kühlgeräte verschlingen. Diese müssen ausgetauscht werden, da sie mit einem inzwischen nicht mehr zugelassenen Kältemittel arbeiten.

Das Sparmodell wurde aus den Reihen von Bau- und Kreisausschuss allgemein begrüßt. Fragen und Anregungen gab es lediglich zu Details. Die Kreisbaumeisterin betonte, dass man auch mit dieser Sanierung tatsächlich Energie einspare. So sollen es durch die Umstellung der Beleuchtung rund 70 Prozent sein. Die beiden Kreisgremien beschlossen jeweils einstimmig, auf der Basis der vorgelegten Zahlen die Planungsleistungen zu vergeben.