Den Ball, den Finanz- und Heimatminister Markus Söder vom Kreisvorsitzenden der CSU Bamberg Stadt, Christian Lange, zugeworfen bekam, als dieser ihn vor seiner Festrede bei der 70-Jahr-Feier der Bamberger CSU als fränkischer König und Kaiser titulierte, nahm Söder am Montag mit einem breiten Grinsen auf. "Für mich ist es immer wieder ein Hochgenuss, an einem Ort zu sein, an ich mich richtig heimisch fühle", sagte Söder.

Zwar sei München sehr schön, aber Franken halt noch schöner. Zudem habe er besonders in Bamberg nicht nur Parteifreunde, sondern auch zahlreiche "echte" Freunde, die er schon lange kenne und mit denen er gerne zusammenarbeite. "Auch ist in Bamberg mit der Staatsministerin Melanie Huml die einzige Frau beheimatet, die an mich ran darf. Und zwar alljährlich dann, wenn es um Schutzimpfungen geht", scherzte ein gutgelaunter Minister. Den Bundestagsabgeordneten Thomas Silberhorn wiederum beschrieb er als einer der klügsten Köpfe in der Bundesregierung.

Die Verdienste der Bamberger CSU hingegen unterstrich er wie bereits sein Vorredner, der Bezirksvorsitzende der CSU-Oberfranken, Hans-Peter Friedrich, als eine Erfolgsgeschichte. Hier hätten Männer und Frauen der ersten Stunde sich den Herausforderungen gestellt und den Freistaat zu dem gemacht, was er heute ist: ein starker Anker Europas. Denn Deutschland sei der Stabilitätsmotor von Europa. Und Deutschland erhalte seine Stabilität wiederum von Bayern. "Und genau deshalb ist Europa so stark, weil es nämlich uns Franken und Bayern gibt", betonte Söder.

Zwar ließ es sich der Finanzminister am Ende seiner Rede nicht nehmen, einmal mehr den in seinen Augen ungerechten "Länderfinanzausgleich" anzuprangern, den Schwerpunkt seiner Festrede legte Söder jedoch auf die Flüchtlingsproblematik. "Deutschland kann stolz sein auf alle Bürger und Ehrenamtlichen, was diese im Rahmen des Gebots der Nächstenliebe bisher alles geschaffen und wie vielen Flüchtlingen wir bereits geholfen haben", lobte er. Dennoch: Auch wenn Deutschlands Herz groß sei, irgendwann einmal seien alle Möglichkeiten ausgeschöpft. "Daher brauchen wir die Begrenzung der Zuwanderung, sonst laufen wir der Gefahr, die Herausforderungen nicht mehr zu schaffen", forderte der Finanzminister.

Jetzt schon würde man 4,5 Milliarden Euro für die Unterbringung und Versorgung der Asylsuchenden sowie in deren Integration investieren. Dabei dürfe man aber nicht die eigenen Menschen im Lande vergessen. "Deshalb kommt mit uns eine Steuererhöhung nicht in Frage Genauso lehnen wir es ab, an anderen Stellen zu sparen", sagte der Finanzminister.

Vielmehr müsse man über finanzielle Leistungskürzungen nachdenken. "Alle Flüchtlinge sollen bei uns ein Dach über den Kopf bekommen und mit Essen und allem Nötigem zum Leben versorgt werden. Wir müssen ihnen aber auch klar machen, dass wir nicht das Paradies und Schlaraffenland sind", wetterte er.

Zugleich forderte Söder, dass Deutschland seine Grenzen bessern sichern müsse - auch die "grünen Grenzen". Denn durch ein unkontrolliertes Einwandern steige auch die Kriminalität. Denn täglich würden Tausende von Flüchtlingen verschwinden, von denen am Ende keiner wisse, wo sie geblieben seien und was sie im Schilde führen. Daher müsse man sehr aufpassen, dass in Deutschland keine Parallelwelten enstünden.

"Wir werden natürlich auch weiterhin helfen und integrieren, aber eben nur begrenzt. Um die Herausforderung der Flüchtlingsproblematik zu stemmen, brauchen wir auch die Solidarität in ganz Europa", resümierte Söder.