Vanessa, Sina und Mia hatte der ganze Zauber schon am frühen Abend überzeugt: Sie meinten, die 14. Hexennacht in der Hirschaider FrankenLagune sei "einfach klasse", "cool", ja "spitzenmäßig". Einig waren sich die jungen Damen auch, im nächsten Jahr "ganz bestimmt wieder dabei sein" zu wollen. Genug der Worte. Schon stürzten sich die Drei wieder ins Getümmel.

Mit Lasershow und Schaumkanone

Geschätzte 600 Jugendliche dachten über die Hexennacht wohl ähnlich. Zumal heiße Disco-Rhythmen, eine faszinierende Laser-Show und die immer wieder zum Einsatz kommende Schaumkanone für ausgelassene Stimmung sorgten. Ein weiteres Highlight war ein "Wettrutschen-Wettbewerb", bei dem's attraktive Preise zu gewinnen gab.

Hirschaids Bürgermeister Klaus Homann (CSU) hatte zusammen mit dem Jugendbeauftragten der Gemeinde, Marktgemeinderat Horst Auer (SPD), die Veranstaltung eröffnet. Homann, zum ersten Mal hier Schirmherr, nahm sich viel Zeit, um mit den Besuchern ins Gespräch zu kommen. Er freute sich über die "tolle Resonanz bei den Jugendlichen" und bezeichnete die Hexennacht als "eine gute Sache, die unbedingt fortgeführt werden muss".

Die Pool-Party wurde diesmal vom Jugendamt des Landkreises Bamberg, dem Fachbereich Gesundheitswesen des Landratsamtes, dem Kreis- und Stadtjugendring, der Polizeiinspektion Bamberg-Land, dem Markt Hirschaid, den Jugendhilfeträgern Netzwerk und iSo organisiert. Mit Unterstützung zahlloser freiwilliger Helfer von der örtlichen DLRG und dem BRK. Auch Bustransfers wurden organisiert, um für einen sicheren Hin- und Heimweg der Besucher zu sorgen.

Viele Tattoos

Der mehrfache Bodypainting-Weltmeister Chris Crash hatte auch in diesem Jahr wieder gut zu tun. Viele Jugendliche ließen sich von dem aus Toronto stammenden Künstler mit einem Tattoo "verschönern". Selbst Hirschaids Bürgermeister Homann fand Gefallen an einem kleinen roten feuerspeienden Drachen, den er sich auf den Oberarm sprühen ließ.

Das Hirschaider Jugendzentrum bot Besuchern diverse alkoholfreie Cocktails. Als Leiterin der Einrichtung lobte Christin Preißinger die ehrenamtlichen Mitstreiter aus Juz-Besuchern und Juz-Räten, nachdem sie "ganz selbstverständlich mit dabei sind" und von der Einteilung bis zum Auf- und Abbau alles eigenständig planten. Während die Damen vom Verein Tanz-Rhythmus Hirschaid Interessenten mit Tanzeinlagen unterhielten.

Der Präventionsgedanke kam dabei nicht zu kurz. So konnten sich die Jugendlichen über die Gefahren von Alkohol, Drogen und Nikotin informieren, auch ihre Reaktionsfähigkeit bei einem Parcour mit einer sogenannten Rauschbrille testen. Bei einem Quiz galt es das Wissen gleich unter Beweis zu stellen.

Ohne erhobenen Zeigefinger

Wichtig ist der Präventionsgedanke - "ohne gleich mit dem erhobenen Zeigefinger zu winken" - für die Jugendkontaktbeamten der Polizei Gerhard Friedrich und Uwe Petrich. Beide waren ebenfalls zum 14. Mal dabei und freuten sich über "eine stressfreie und gut organisierte Veranstaltung". Dass das Format der Hexennacht bei den Jugendlichen ankommt, zeigt für die Beamten die Tatsache, dass nach so langer Zeit noch immer "so viele Jugendliche kommen und Spaß haben".

Für viele der freiwilligen Helfer ist es nach wie vor "Ehrensache", dabei zu sein und für einen reibungslosen Ablauf zu sorgen. Das gilt auch für Dieter Sauer vom Kreisjugendring, der von Anfang an dem Organisations-team angehörte. Er schätzt es sehr, dass nun bereits die eigenen Kinder mithelfen und lobte besonders "die gute Zusammenarbeit mit der Polizei". Daheim bewahrt Sauer übrigens alle Helfer-T-Shirts und alle Plakate der mittlerweile 14 Hirschaider Hexennächte auf.

Dokumentiert wurde die Veranstaltung von der MedienAG der Staatlichen Realschule Hirschaid. Mit Unterstützung ihres Lehrers Elmar Geus sollen die Schüler ja den Medienumgang unter realistischen Bedingungen kennen lernen. Neben den Filmaufnahmen führte die Gruppe Interviews mit Besuchern, Verantwortlichen und Sponsoren. Das Material wird im Anschluss daran zusammen gesichtet, geschnitten und ins Netz gestellt. Die Ergebnisse können demnächst im Internet unter der Homepagezum Event begutachtet werden.