Das hat man nun von seiner Aufschieberitis. Es ist nicht schlimm, wenn man keinen Finnen kennt. Man muss nur jemanden kennen, der einen Finnen kennt. Und plötzlich stellt man fest, dass man diesen Finnen doch kennt - irgendwie. Denn es ist ein Senf-Fan wie man selbst.

Die gemeinsame Bekannte hat schon mehrfach finnischen Senf als Weihnachtsgeschenk weitergereicht, geschickt von Raija aus Helsinki, die weiß, dass sie damit jemandem in Franken eine Freude machen kann.

Nun scheinen Raija und ihr Mann aber nicht daheim zu sein. Sie werden wohl Urlaub machen (und neue Senf sorten sammeln). Alle E-Mails bleiben nämlich unbeantwortet und auch ans Telefon geht niemand. Pech, wenn man das Kontaktaufnehmen so lange rausschiebt... Die beiden hätten mit Sicherheit viel über finnischen Senf und seine Verwendungsmöglichkeiten zu erzählen gewusst.

Dank der Weihnachtsliefe rungen hat ganz normaler finnischer Sinappi schon fränkische Bratwürste veredelt. 2013 gab es einen Senf mit Cognac und 2014 war wieder ein Alltags-Senf im Paket.


Süß und mild

Gut, dass der letzte noch da ist (fürs Foto). Zwar erst seit zwei Wochen angebrochen, aber eigentlich schon zwei Monate übers Haltbarkeitsdatum. Es ist eben doch nicht immer schlecht, wenn man was aufschiebt...

Finnischer Senf ist süß und manchmal von einer fast gel-artigen Konsistenz. Er eignet sich - noch etwas besser als anderer - auch als Aufstrich aufs Butterbrot. Es gibt scharfe Sorten, aber die meisten sind eher mild. Es heißt, dass der finnische Senf so gut ist, dass er auch die schlechteste Wurst genießbar macht. Stimmt!

Schlecht ist sie nicht, nur ziemlich fest, die Saunawurst. Viele Finnen wickeln dieses mit der deutschen Fleischwurst vergleichbare Produkt in Alufolie und legen es auf den Ofen, ehe sie sich auf die Schwitzbank setzen. Ist der Saunagang zu Ende, ist auch die Wurst heiß.


Saunawurst aus dem Backofen

Auf deutschen Rezeptseiten im Internet findet man mehrfach die gleiche Zubereitungsanleitung (allerdings für das Garen im Backofen). Wer heiße Fleischwurst mag, sollte es ausprobieren. Das fertige Gericht macht optisch was her auf dem Abendbrottisch - und mehrere Esser satt.

Man braucht dazu einen Ring Fleischwurst, Emmentaler Käse, Tomaten, Senf und Ketchup. Die Haut der Fleischwurst wird abgezogen und die Wurst in gleichmäßigen Abständen eingeritzt. In die Spalten kommen grob geriebener Käse und Tomatenschnitze. Senf und Ketchup wird oben auf auf den Wurstring gegeben.

Bei 250 Grad gart das Ganze so lange im Ofen, bis der Käse geschmolzen ist und die Wurst eine Kruste hat. Wem das schmeckt, der wird es wieder zubereiten - aber beim nächsten Mal wahrscheinlich dazu übergehen, Senf und Ketchup separat dazu zu reichen.