Die beiden Herren haben an diesem Sonntagnachmittag beim Weltkulturerbelauf (WKEL) in Bamberg einen echten Top-Platz ergattert: Unweit der Ziellinie am Maximiliansplatz jubeln sie abseits der Strecke den vielen Läufern zu. Nicht nur aufgrund der traumhaften Temperaturen ziehen die Freunde ein positives Fazit: "Super Wetter, viele Zuschauer, keine Zwischenfälle. Was will man mehr?", freuen sich die Bamberger.

In der Tat war die achte Auflage des beliebten Bamberger Volkslaufs am letzen Apriltag erneut ein besonderes Ereignis: Rund 11 300 Sportler und über 30 000 Fans waren angereist. Trotzdem gingen die sieben Wettkämpfe reibungslos über die Bühne. "Es war insgesamt ein sehr ruhiger Einsatz", bilanzierte Bambergs Polizeisprecherin Silke Gahn.

Dabei hatten Polizei, Feuerwehr, Stadt und Organisatoren im Vorfeld alles dafür getan, dass bei dem fränkischen Großereignis auch der Sicherheitsaspekt nicht zu kurz kommt. Auch in Franken ist seit dem Terroranschlag von Berlin, bei dem ein Attentäter im vergangenen Dezember einen Lkw in eine Menschenmenge gesteuert hatte, die Terrorgefahr präsent. "Aufgrund dieser abstrakten Gefahr wurden einige Vorkehrungen getroffen. Konkrete Hinweise wegen der Androhung einer Straftat gab es aber nicht", betonte Gahn.


Polizei ist präsent

In der Stadt waren an wichtigen und markanten Straßenkreuzungen größere Polizei- und Feuerwehrfahrzeuge positioniert worden. Darüber hinaus zeigten viele Polizeibeamte abseits der Strecke Präsenz - und hatten dabei auch immer wieder Zeit, hilfesuchenden Zuschauern den Weg zu erklären. "Die Kollegen waren vor Ort, bis der letzte Läufer im Ziel war", resümierte Ga hn.

Auch WKEL-Pressesprecher Martin Sage zog am Sonntagabend ein positives Fazit. "Es gab keine Verletzten, auch sonst ist niemandem etwas passiert. Wir sind absolut zufrieden." Das umfassende Sicherheitskonzept habe sich ausgezahlt. "Das ist natürlich zuletzt viel detaillierter und schärfer geworden."


Starter aus dem Ausland

Aus sportlicher Sicht habe sich wieder gezeigt, dass der WKEL bei vielen Läufern einen festen Platz im Kalender einnimmt - und das nicht nur in Franken. "Natürlich wollen wir primär ein Event für die Menschen aus der Region sein. Aber das Besondere des Laufs durch die Innenstadt hat sich rumgesprochen. Es kommen sogar Sportler aus dem Ausland", so Sage. Innerhalb von einem Tag waren die Startplätze für die Hauptläufe vergeben.

Um Zeiten ging es beim achten Weltkulturerbelauf natürlich auch. Und da sorgte eine Starterin über die Halbmarathon-Strecke für das Highlight des Tages. Brenda Kebeya aus Kenia verbesserte die Bestzeit bei den Damen um knapp vier Minuten (1:20:38 Stunden). Bei den Herren war der Streckenrekord von Darren Deed (1:10:25 Stunden) hingegen nicht in Gefahr: Jonas Lehmann von der TuS Heltersberg siegte in 1:11:37 Stunden.