Kurz vor der Gründungsversammlung hatte Jan Giersberg, Pressesprecher der Bamberger Stadtwerke, eine eilige Pressemitteilung verschickt - wohl aufgeschreckt durch eine Anfrage des Fränkischen Tages zu dem in der Stadt kursierenden Gerücht: "Die Stadtwerke wollen im Jahr 2017 das Gaustadter Freibad schließen".

Nachhaltiges Konzept entwickeln

Radio Bamberg verkündete also rasch das Dementi: "Es gibt keinen Beschluss und auch keine Planungen unseres Aufsichtsrates, das Freibad Gaustadt im Jahr 2017 oder zu einem anderen Zeitpunkt zu schließen", wurde Stadtwerkechef Klaus Rubach zitiert. Das Gegenteil sei der Fall: "Wir werden auch das Gaustadter Bad weiterhin an den Wünschen und Bedürfnissen unserer Besucher ausrichten."

Mit dieser frohen Botschaft konnte Stadträtin Daniela Reinfelder (BuB) also völlig entspannt am Freitagabend die Versammlung in der Gaststätte "Zur Linde" eröffnen. "Das Gerücht hat dazu beigetragen, dass wir heute da sind", erklärte sie den dicht gedrängt harrenden Besuchern.

Doch "trotz der guten Nachricht wird es vonnöten sein, bis 2017 ein nachhaltiges Betriebskonzept zum Erhalt unseres Freibades zu entwickeln", fuhr die Lokalpolitikerin fort. So wolle diese Veranstaltung mit der Gründung des Vereins "Freunde des Gaustadter Freibades" einen "Meilenstein setzen".

Reinfelder stellte ihre erste Wunschliste an Stadtwerke-Chef Rubach auf, der höchstpersönlich mit seinem Pressereferenten herbeigeeilt war: Eine günstigere Preisstruktur bei den Eintritten stand obenauf, gefolgt von Investitionen ins Freibad wie für das Bambados und Stadionbad, häufigeres Putzen der Sanitäranlagen, bessere Bewerbung des Freibades insbesondere bei Jugendlichen und Studenten oder Schwimmkurse für Kleinkinder.
Aus dem Besucherkreis kamen Ergänzungen wie die Forderung nach einem Spätschwimmen für Berufstätige, einer Tageskarte mit wiederholter Eintrittsmöglichkeit oder einer Trennung am Kiosk in die Bereiche Eis-Getränke und Essen.

"Natürlich ein Zuschussbetrieb"

Das war vergleichsweise leichter Babybrei aus der brodelnden Gaustadter Gerüchteküche, die Klaus Rubach serviert bekam. So begrüße er die Gründungsversammlung im "gemeinsamen Ringen, wie das Gaustadter Bad in die Zukunft geführt werden kann", wandte sich Rubach an die Zuhörer. Er brachte die Sanierung des Freibades in den Jahren 2007 bis 2009 ins Spiel, für die die Stadtwerke rund 2,5 Millionen Euro investiert hätten. Weiterhin würde das Unternehmen jährlich erheblichen Aufwand betreiben, um das Freibad attraktiv zu halten. Als ein Beispiel nannte er das wöchentliche Frühschwimmen mittwochs ab 6.30 Uhr, das die Stadtwerke im Zusammenwirken mit dem Bürgerverein Gaustadt anbieten.

Natürlich sei auch dieses Freibad ein Zuschussbetrieb, räumte Rubach ein. Doch einen genauen Betrag konnte oder wollte er nicht nennen. Vielmehr führte er das Jahresdefizit 2014 der vier Bamberger Bäder insgesamt an, die die Stadtwerke betreiben, nämlich 4,42 Millionen Euro.

"Einnahmen steigern und Kosten senken", gab denn Stadträtin Reinfelder die Losung aus. Rubach setzte eine andere obendrauf: "Nur behalten ist nicht alles, es muss auch weiterentwickelt werden." Für solche Planungen stehe er bereit in "konstruktiver Zusammenarbeit", versicherte er.

Die eigentliche Vereinsgründung ging schließlich reibungslos über die Bühne. Die Satzung lag bereits vor, die Präambel war wohlformuliert: "Die Freunde des Gaustadter Freibades e.V. (FGF) wollen die Freizeitkultur in Gaustadt erhalten und dazu vor allem das Gaustadter Freibad bewahren und fördern. Der Verein sieht sich vor allem als Unterstützer und Ideengeber. Ziel ist der Erhalt des Freibades, möglichst unter Beibehaltung der kostengünstigen Preisstruktur."

Auch die Kandidaten für die Vorstandswahlen standen schon fest, die allesamt einstimmig bestätigt wurden: 1. Vorsitzende Daniela Reinfelder, Stellvertreter Gaustadts evangelischer Pfarrer Wilfried Geyer, Schriftführerinnen Barbara Göppner und Carolin Mahr, Schatzmeisterin Simone Schatz.