"Scheßlitz entwickelt sich gut," kann ein zufriedener Roland Kauper entspannt feststellen. 7400 Einwohner zählt die Gesamtgemeinde, 2500 davon konzentrieren sich in der Stadt, wo sich 2300 Arbeitsplätze finden. Scheßlitz Status als wichtiges Zentrum im Osten des Landkreises dürfte sich mit den jüngsten Entwicklungen weiter festigen. Allein im neuen Zentrallager von Schuh-Mücke, das im "Gewerbegebiet-Ost" Gestalt annimmt, so Bürgermeister Roland Kaupers Kenntnisstand etwa 100 bis 150 neue Arbeitsplätze entstehen.

14 Hektar groß ist das Areal, das mittlerweile durch eine Erschließungsstraße bis hin nach Demmelsdorf und an die B 22 angebunden ist. Circa 2 Millionen Euro hat die Stadt Scheßlitz allein dafür investiert. Geko International, ein Unternehmen, das sich auf Rührmaschinen (samt Verpackungen) für Apotheker spezialisiert hat, baut ebenfalls. Das Logistik-Unternehmen Bilog erweitert, ebenso ein weiteres Unternehmen und wieder eines baut neu. Nachdem Mücke 2,4 Hektar "besetzt" und nach diversen, für bereits ansässige Firmen frei zu haltenden Optionsflächen, stehen hier noch insgesamt 5 Hektar zur Disposition.

Die Stadt lege bei Neuansiedlungen allerdings Wert auf eine gute Mischung, unterstreicht das Stadtoberhaupt. Das gilt auch für das neue Gewerbe- und Mischgebiet "Brandäcker" im Südwesten der Stadt. Rewe ist der erste, der sich in dem 4,1 Hektar großen Areal einmietet. Der Rohbau ist bereits fertiggeworden. Am bisherigen Standort waren Getränke- und Lebensmittelmarkt in zwei separaten Gebäuden untergebracht. Am neuen Standort werden beide Bereiche unter einem Dach sein, erläutert Bürgermeister Kauper (CSU). Am bisherigen Rewe-Standort, so Kaupers Kenntnisstand, soll ein Drogist in die Immobilie des Bamberger Eigentümers ziehen. Falls nicht, sollte diese 1a-Lage attraktiv genug sein, dass sich zügig ein Nachmieter findet. Leerstand an dieser exponierten Stelle wäre allerdings "nicht schön".

Vermittelbar wären im Gebiet "Brandäcker" noch 1,57 Hektar mit Grundstücksflächen zwischen 1000 bis 4000 Quadratmetern.

Bis zum Jahr 2016 soll übrigens auch das Neubaugebiet "Am Zeckendorfer Loh" stehen, wobei die Stadt Interessenten gerne zur Verfügung stehe, merkt Kauper dazu an. 37 Baurechte mit 490 bis 860 Quadratmetern sollten bevölkerungstechnisch Konsolidierung sichern und Wachstum ermöglichen. Definitiv wachsen wird auch das Schulzentrum im Süden der Stadt, Realschulerweiterung, Zweifachsporthallen- undMensa-Bau sind weitere Standortfaktoren. Ebenso der Bau der Kinderkrippe.

Freilich hat die Stadt nicht nur den Bau weiterer Immobilien auf dem Radar. Große Bedeutung wird auch dem Erhalt der historischen Stadtmauer gelegt. Bei der Städtebauförderung möchte man ein integriertes Städtebaukonzept (ISEK) realisieren. Mit den vielen zu behandelnden und zu betreuenden Projekten ist die Stadtverwaltung somit gut ausgelastet. Dafür sieht er die Weichen für eine künftige Weiterentwicklung der Stadt gut gestellt.

Aber wie sieht es für einen Kleinunternehmer am Rande aus? Wie es mit seinem Imbiss nach dem Rewe-Umzug Ende Mai aussieht, ist für Mehmet Cetin ungewiss. Das boomende Scheßlitz hat ihm zwar treue Stammkundschaft beschert und zwei weitere Mitarbeiter beschäftigen lassen. Ein Imbiss-Umzug mit Rewe ist aber nicht gewünscht und finanziell nicht drin. Der 45-Jährige müsste nochmal rund 15 000 Euro investieren. So bleibt ihm nichts als abzuwarten, ob er weiter am Boom teilhaben kann.



Gespräch mit Thomas Mücke

Bereits Anfang Juli soll laut Thomas Mücke (Schuh Mücke) im Gespräch mit unserer Zeitung am Standort Scheßlitz die Logistik in Betrieb gehen. Bislang ist die zusammen mit der Verwaltung in Bamberg am Standort Laubanger untergebracht. Allerdings ist das ehemalige Druckerei-Areal nur angemietet. In den neuen Standort investiert Mücke insgesamt sieben Millionen Euro. Den Ausschlag für Scheßlitz habe die unmittelbare Nähe zur Autobahn gegeben. Förderlich sei aber auch das Engagement der Stadt und Stadtverwaltung, die sich für ein beschleunigtes Verfahren eingesetzt habe und das Vorhaben unterstützt. Zudem bestünde, in die Zukunft gedacht, im Scheßlitzer Gewerbegebiet auch Erweiterungspotenzial.

Was die von Bürgermeister Kauper genannte Zahl der Arbeitsplätze betreffe, so sei die korrekt. Allerdings betont der Geschäftsführer des Bamberger Unternehmens auch, dass ein Teil verlagert wird. Neu geschaffen würden 50.