"Ein Datum kann noch so krumm sein, irgendwann wird eine runde Sache daraus, zitierte Christine Jäger die Vorsitzende des SPD-Ortsvereins Ulrich Greiner und begrüßte damit die zahlreichen Gäste des 50-jährigen Jubiläums. "Die SPD kann Säle füllen" stellte der Schirmherr MdB Andreas Schwarz erfreut fest. Den SPD-Ortsverein bezeichnete der Kreisvorsitzende Bamberg Land als große Stütze und als Leuchtturm der SPD im Landkreis. "Die Sozialdemokratie steht zueinander" betonte Schwarz und fand den Ortsverein Rattelsdorf hier als beispielgebend. Zusammenstehen sei in der derzeitigen Situation, wo Gruppen gewählt wurden, die gefährlich seien besonders wichtig. Hier seien alle demokratischen Kräfte in den nächsten Wochen und Monaten gefordert gegenzusteuern dieses Bild Deutschlands in der Öffentlichkeit zu verändern. "Machen sie mit, engagieren sie sich", appellierte Schwarz an die Gäste. Der SPD Rattelsdorf wünschte er viel Kraft und viel Ausdauer für die nächsten 50 Jahre.


Engagierter Verein

Das Engagement der SPD im örtlichen Vereinsleben, stellte Pfarrer Reinhold Braun heraus. Gemeinsam sei den Vereinen, den Parteien und politischen Gruppierungen im Ort, dass sie alle über die Kirche miteinander verbunden seien. Das sei gut so, konstatierte der Pfarrer, denn Rattelsdorf müsse zusammenhalten. Seine Gratulation verband Bürgermeister Bruno Kellner mit einem Lob für das Engagement der amtierenden Marktgemeinderäte. Kellner sprach von gelebter Kommunalpolitik. Die Rattelsdorfer SPD könne mit berechtigtem Stolz ihr Jubiläum feiern, gratulierte der Vorsitzende des Ortskulturrings Jürgen Scheuring. Anerkennend sprach er von der Arbeit für die Dorfgemeinschaft der politisch, engagierten Personen und von der starken Verbundenheit der Rattelsdorfer Vereine mit unserer SPD. "Im Bezirkstag habe ich gemeinsam mit Altbürgermeister Gerhard Jäger viele Dinge auf den Weg gebracht", dokumentierte die Festrednerin Inge Aures, Vizepräsidentin des Bayerischen Landtags ihre Verbundenheit mit ihm und dem Ortsverein. Sie lobte die Kontinuität im Ortsverein, mit nur sehr wenigen Ortsvereinsvorsitzenden, in den vergangenen 50 Jahren.


Ehrenamtliches Engagement

Der Ortsverein sei bodenständig und erdverbunden und damit eine feste Größe in der Gemeinde. Wichtig sei die Ortsgemeinschaft. Mit dieser Gemeinschaft werde die Wertschätzung gegenüber der Heimat gezeigt. Gelebt werde im Ortsverein sehr viel ehrenamtliches Engagement. Jeder Dritte in Deutschland engagiere sich ehrenamtlich. Ohne dieses ehrenamtliche Engagement könne der Staat nicht existieren, so Aures. Über das im Moment gefeierte bayerische Reinheitsgebot, das die Franken eigentlich 40 Jahre früher feiern konnten kam die Festrednerin zur fränkischen Heimat. Zu dieser Heimat gehöre die fränkische Geschichte und fränkische Mundart. Dazu gehörten aber auch gleiche Lebensbedingungen in Bayern und das auch in Ostoberfranken, etwas was die SPD vehement fordere, so die Festrednerin. An die Geschichte des SPD-Ortsvereins erinnert Altbürgermeister Gerhard Jäger. Initiator der Gründung war Herbert Hammer, der ehemalige Kreisvorsitzende im Landkreis Staffelstein. In der Gaststätte Rothlauf habe die Gründungsversammlung am 9.Januar 1966 mit 12 Personen stattgefunden und der Wirt sei sofort spontan beigetreten. Bei der Kommunalwahl 1966 wurden auf Anhieb zwei Sitze errungen. Nach der Anfangsbegeisterung folgten aber schwierige Jahre. Aber dann sei der Ortsverein sehr aktiv geworden mit politischen Frühschoppen, Kommunalpolitik vor Ort und großen Veranstaltungen. Er habe in den Ortsverein sehr viel Herzblut investiert, sagte Jäger.

Der derzeitige Mitgliederschwund der politischen Parteien sei ein Prozess, der ihm Sorge mache. Hier müsse bereits auf der unteren Ebene der Ortsvereine gegengesteuert werden, wandte sich Jäger an die Mitglieder. Danach standen Ehrungen auf dem Programm. Ausgezeichnet wurde für 25-jährige Mitgliedschaft Reinhard Schmid. 50 Jahre gehören der Partei an Joachim Haese und das Gründungsmitglied Gastwirt Gerhard Rothlauf. Für seine langjährige, engagierte Tätigkeit als Ortsvereinsvorsitzender und seinen Dauereinsatz für die SPD bekam Dieter Reitz den Ehrenbrief der Partei. Am darauffolgenden Tag gedachte der Ortsverein beim Gottesdienst und einem Friedhofsgang seiner verstorbenen Mitglieder.