Die gute Nachricht: Pünktlich zur Sommersonnenwende am 22. Juni dürften in Franken Sonne und Wärme die Regie beim Wetter übernehmen. Die schlechte Nachricht: Bis dahin sollte man nicht ohne Regenschirm aus dem Haus gehen.
Die regional teils immer noch unwetterartigen Regenfälle vermitteln ein schiefes Bild: In der Summe und im größeren Maßstab bewegt sich der Sommer 2016 im normalen Rahmen; sowohl die Temperaturen als auch die Niederschlagsmengen sind Durchschnitt, wie man etwa aus den Daten des agrarmeteorologischen Messnetzes in Bayern ablesen kann (www.lfl.bayern.de /service/agrarwetter). Ein Beispiel: In Bad Staffelstein fielen bis gestern 305 Liter Regen pro Quadratmeter; das langjährige Mittel liegt bei 360 Litern.


Frost, Hagel, Hitze, Nässe

Einige Wetterphänomene des Jahres 2016 sind aber auch für Experten außergewöhnlich. Der Weinfachberater des Bezirks Unterfranken, Hermann Mengler, berichtet von einer in dieser Häufung nur selten beobachteten Serie von Wetterkapriolen in einigen Weinbergen Frankens: "Erst gab es den Frost Ende April, dann Blattschäden durch Hagelschlag, eine kurze Hitzewelle und jetzt die teils unwetterartigen Regengüsse."
Auch in den Weinbergen waren die Kalamitäten jedoch Einzelfälle. "Insgesamt sieht es für den Frankenwein saugut aus", sagt Mengler. Bei der eben beginnenden Blüte der Weinstöcke sei der Regen ein Segen. "Man kann den Pflanzen beim Wachsen regelrecht zuschauen." Jetzt brauche es nur noch einen baldigen Umschwung zu warmen Tagen, milden Nächten und Sonnenschein, um die Grundlage für einen großartigen Weinjahrgang in Franken zu legen; wie es aussieht, hat das Wetter mit den Weinfreunden ein Einsehen.


Kein großer Wurf beim Spargel

Auch für die fränkischen Spargelbauern hat das Regenwetter kaum negative Auswirkungen. "Es wird wirtschaftlich nicht der große Wurf, aber auch keine verregnete Saison", sagt Theo Däxl, Geschäftsführer vom Bayerischer Bauernverband. Generell würde den Landwirten beim Spargel eher krasse Temperaturschwankungen zu schaffen machen. "Die hatten wir ja nicht. Deshalb wird es leicht unterdurchschnittlich, aber im Rahmen."
Das bestätigt Spargelbauer Ingo Reinhart aus Untersteinbach. "Im Großen und Ganzen sind wir zufrieden." Der viele Regen hätte seinem Spargel nicht zugesetzt. "Das ist von Landwirt zu Landwirt natürlich unterschiedlich. Aber prinzipiell braucht der Spargel ja den Regen." Bei den Erdbeeren sieht es bei Ingo Reinhart schon anders aus. "Da hatten wir größere Probleme." Wenn die Früchte zu lange im Wasser liegen, würden sie faulen. "Deshalb haben wir aktuell Einbußen."


Für Selbstpflücker

Auch die Erdbeerfelder von Gabriele Schuster in Pödeldorf bei Bamberg sowie in Gremsdorf bei Höchstadt haben Einiges abbekommen. "Aber da wir nicht für den Markt sondern nur für Selbstpflücker anbauen, ist das für uns weniger relevant."
Schuster nimmt das Wetter ohnehin, wie es kommt. "Im Vorjahr war es sehr trocken. Das ist auch nicht gut." Die Kunden hat die bisher feuchte Saison im Übrigen nicht abgeschreckt. "Das ist überraschend. Aber sie kommen sogar eher zum Pflücken, wenn es regnet."