"Bitte keine Kinderwägen in der Garderobe abstellen", heißt es auf einem Schild. Weil die Garderobe zum Spielen genutzt wird, wie die dicke Gymnastikmatte signalisiert. Der eigentliche Gymnastikraum dient als Gruppenraum. Einen Personalbesprechungsraum sucht man vergebens, weil der seinerseits für Kinderbetreuung umfunktioniert wurde. Eine an sich schwierige Situation wird durch Presslufthammergeräusche noch verschärft. Dennoch ist Kita-Leiterin Josephine Weidmann guter Dinge: Bald wird sich die Lage entzerren und es für alle wahrlich traumhafte Bedingungen geben. Die bisherige Einrichtung wird durch den Anbau eine fast doppelt so große Nutzfläche haben.

Denn: Nach der Sanierung mit Erweiterung im Jahr 2012 ist die Kindertagesstätte bereits wieder zu klein geworden, lässt die Leiterin wissen.

Als Kindergarten St. Marien 1979 in Betrieb genommen, wurde die kirchliche Einrichtung zur Kindertagesstätte. Nach dem Kauf durch die Gemeinde im Jahr 2015 steht sie unter kommunaler Regie. "Weil das für uns praktikabler ist", lässt Bürgermeister Jonas Merzbacher dazu wissen. Und die Gemeinde musste dann gleich das erneute Erweiterungsvorhaben stemmen. Für die Erweiterung Richtung Osten wurden Flächen des bisherigen Festplatzes einbezogen. Das gesamte Areal der Kita St. Marien erstreckt sich nun über eine Fläche von rund 5000 Quadratmetern.

Optisch fügt sich der Neubau harmonisch an den bereits sehr modern wirkenden Bestand harmonisch an. Nur wenn man darauf hingewiesen wurde, fällt einen eine größere Höhe des neuen Traktes auf. "Der Teil wird gut 60 Zentimeter höher."

Leiterin Weidmann freut sich über die zusätzlichen Räumlichkeiten, die auch noch heller werden als die bisherigen. Und sie freut sich darauf, dass Funktionsräume wie eben der Gymnastik- beziehungsweise Mehrzweckraum endlich wieder ihre eigentliche Funktion zurück bekommen.

Zurück bekommen wird die Kita dann auch die vielen Gegenstände speziell aus dem Außenbereich, die derzeit noch in Bauhof oder Schule ausgelagert sind. Auch darauf freut sich Leiterin Weidmann. Sie schwärmt über Gundelsheim als einen "Wahnsinns schönen Ort für Kinder". Gemeinde und Bürgermeister seien immer voll darauf bedacht. Das wird man wohl auch beim offiziellen Festakt spüren. Die offizielle Einweihung des für rund 1,9 Millionen Euro erstellten Anbaus soll zwar erst im September erfolgen. Aber sowie sie fertig werden, will die Kita die jeweiligen neuen Räumlichkeiten Zug um Zug beziehen. So lässt sich de aktuelle Zustand besser ertragen. "Wir hatten auch schon Container hier", merkt Josephine Weidmann dazu an. Sie arbeitet seit 1984 hier im Kindergarten und hat seit gut zehn Jahren die Leitung der Kita.


Weitere Arbeitsplätze

Knapp 20 Beschäftigte haben hier ihren Arbeitsplatz. Die Zahl wird sich vermutlich im Herbst erhöhen. Allein schon wegen der gewachsenen Flächen bedarf es mehr Reinigungspersonals.

Die Zahl des hier betreuten Nachwuchses der 3500-Einwohner-Einort-Gemeinde wird sich nicht groß erhöhen. Man wird künftig nur über mehr Flexibilät verfügen, um auf die jeweiligen Erfordernisse reagieren zu können, führt der Bürgermeister aus. Vor allem aber werden alle Gruppen auch wirklich in Gruppenräumen betreut werden können. Bis auf eine Gruppe ziehen alle Krippengruppen in den Neubau.

Derzeit besuchen die Kindertagesstätte St. Marien rund 150 Knirpse besucht wird. Die verteilen sich auf insgesamt acht Gruppen: vier Krippengruppen, drei Kindergartengruppen und eine Vorschulgruppe. Vieles vermischt sich aufgrund der angespannten Raumsituation. Eine Art Gartenzaun trennt zumindest optisch Krippen- und Kindergartenbereich. Aber auch das wird nach dem fertigen Anbau in der Form wohl nicht mehr nötig sein.