Marlen und Lea führten den närrischen Zug an. Die bildhübschen Gardemädchen, die ihre Fahnen zur Marschmusik schwangen, versetzten die Zuschauer gleich in die richtige Schunkelstimmung. Mit einem kräftigen "Oberndorf - Hellau" wurden auch die "Nachwuchs"-Fahnenschwinger mit ihren bunten Tüchern begrüßt. Bürgermeister Reiner Hoffmann stimmte als Wappen-männla auf die 1200-Jahr-Feier ein. Das Prinzenpaar Magdalena I. und Toni I., das in einem Cabrio durch die Menge chauffiert wurde, begleitete die Stadtkapelle Baunach, die gemeinsam mit der Blaskapelle des Musikvereins Breitengüßbach für die richtige Stimmung sorgte.
Donnernder Applaus wurde dem Präsidenten der Faschingsvereinigung Unteroberndorf zuteil, dessen Engagement diesen Zug ermöglicht hatte. Der Elferrat versorgte die Zuschauer nicht nur mit Süßigkeiten, sondern auch mit Getränken. Das Jubiläumsjahr war das Motto der beiden Kindertageseinrichtungen Breitengüßbachs, deren Ritter und Prinzessinnen im feurigen Takt der Trommelgruppe "Timbalinos" in die Menge winkten. Die Trommelgruppe importierte Samba-Rhythmen und das entsprechende Feeling nach Unteroberndorf, was die Zuschauer begeistert feierten. Thematisch zurück nach Breitengüßbach brachte die Jugendfeuerwehr Unteroberndorf die Menge. Sie nahm das insolvente Hackschnitzelheizwerk auf die Schippe: "Die Eröffnungsfeier im Bunker war ein Event, doch nach einem Jahr schon insolvent", war das Motto ihres Wagens, und der Schornstein der nachgebauten "Bioenergie" dampfte und dampfte. Die Schützenjugend hatte sich ebenfalls ein brisantes Thema ausgesucht: "Atomkraft - nein danke!" Sie zog mit Kastortransporten durch Unteroberndorf. Der Schneemangel in unseren Gefielden war Motto des Wagens von Stefan Gunzelmann, der zum Après-Ski bis nach Ischgl oder Samnaun fahren musste. Der Sportclub Unteroberndorf hatte - da es aus fußballerischer Sicht nicht viel zu vermelden gab - sich um den Klimawandel gekümmert: Eisbären am Äquator, weil die Eisberge weggeschmolzen sind. Sie wiesen aber darauf hin, dass man sich in Breitengüßbach ums Klima keine Sorgen machen muss, denn es gibt ja noch die Bioenergie.

Wagen als Mitgliederwerbung


Nachwuchssorgen hat die Feuerwehr aus Zapfendorf, die einen Wagen schickte. Vielleicht, um hier neue Mitglieder zu finden. Keine Kosten und Mühen scheuten die Güßbacher Gaudisänger, die Stars wie Wolfgang Petri, Andrea Berg oder Marianne Rosenberg schickten.
In Breitengüßbach könnte eine Gruppe Medizinmänner ihr Auskommen haben, dachte sich die Fußgruppe um Maria Klein, und sorgte mit ihren phantasievollen Kostümen für einen wahren "Hingucker". Die Damen aus Hohengüßbach hatten sich ganz dem bekannten örtlichen Baulöwen gewidmet. Mit ihrem Wagen bedankten sie sich, weil Georg Pfister sich bereit erklärt hatte, die Erdarbeiten für die Breitbandversorgung des Ortes kostenlos zu übernehmen - damit die Damen ein schnelleres Internet bekommen.
Viel Arbeit hatte sich die Hohengüßbacher Jugend bei der Gestaltung ihres Wagens gemacht: Was hat Ibiza, das Hohengüßbach nicht hat? - Nichts! Statt in Urlaub zu fahren, bleibt man zuhause, solange ein Plantschbecken in der Nähe ist. Palmen werden einfach gebastelt. Und die Katholische Jugendgruppe baut vor: Für den Weltuntergang im Dezember - wie von den Maya angekündigt - hat man sicherheitshalber eine Arche gebastelt.