Ihr Tuckern klang für manchen Besucher wie Musik. Als sie im Korso durch die Frensdorfer Hauptstraße ratterten, war den Besitzern der Stolz vom Gesicht abzulesen. Das Bauernmuseum des Landkreises hatte zu einem Treffen historischer Landmaschinen und Traktoren eingeladen. Neben rund 60 historischen Stahlrössern und alten Landmaschinen, gab es Liebhaberfahrzeuge aus längst vergangenen Zeiten und Motorräder zu bewundern.

Natürlich könne er Bulldog fahren, antwortete Landrat Hans Kalb auf die Frage. Er gab am Sonntagnachmittag den Startschuss für den Korso. Er besitze sogar selbst zwei Traktoren. Nicht weil er sie brauche. Nein, "wenn einer eine Scheune hat, braucht er auch einen Traktor", findet der Landkreischef.

Da standen sie aufgereiht auf der Wiese hinter dem Museum: Die einen glänzend aufpoliert wie neu, die anderen so, dass man ihnen die Jahre und die getane Arbeit durchaus ansah. "Das ist Fahrgefühl pur", schwärmte Fördervereinsvorsitzender Jakobus Kötzner. Sei so ein Traktor einmal stehen geblieben, habe man ein bisschen dran rumgeklopft und meistens tat er's dann wieder. Heute müsse ein hochausgebildeter Mechatroniker mit Laptop kommen.

24 PS hat so ein alter Lanz vom Baujahr 1956 unter der Haube. Unter sechs Normalgängen, drei Kriechgängen und zwei Rückwärtsgängen konnte der Fahrer wählen und es auf eine Höchstgeschwindigkeit von 18 Stundenkilometern bringen. Ältester Traktor der Ausstellung war ein Deutz, Baujahr 1948, mit elf PS, der eine Höchstgeschwindigkeit von 15 Stundenkilometern erreichen konnte.

Werner Böhnlein vom Förderverein Bauernmuseum hatte die zündende Idee und Museumsleiterin Birgit Jauernig hatte diese "einmal ganz andere Ausstellung" gerne organisiert.

Besonders viele Besucher faszinierte ein im Hof des Museum arbeitender "Stiftendrescher" aus dem Jahr 1908. Werner Böhnlein hatte ihn - mit Hilfe der Bosch GmbH - restauriert und wieder zum Laufen gebracht. Angetrieben wurde er von einem ebenso alten Petroleummotor. Eigentlich sollte der Korso zum Badesee gehen. Allerdings ging kurz nach dem Start ein heftiger Regenguss nieder. Die ungeschützt dem Regen ausgesetzten Fahrzeugführer kehrten schon bald wieder um.