Die Unterschrift ist genauso authentisch wie die blaue Hose: Eine Levi's 501, das Original und der Klassiker unter Generationen von Jeans. Sie wird im Buttenheimer Levi-Strauss-Museum einen Ehrenplatz bekommen. Papst Franziskus hat sie nach einer Audienz auf dem Petersplatz signiert.

Nun wurde die Hose dem Buttenheimer Museum übereignet. "Hauptakteure" bei der offiziellen Übergabe waren die Rom-Reisenden, die die Signatur des Heiligen Vaters "besorgt" hatten: Der Höchstadter Dekan Kilian Kemmer als Organisator und Reiseleiter, Bürgermeister Hans Beck (WB Sambach) aus Pommersfelden und Rainer Dippold, Vorsitzender des Sambacher Orgelbauvereins und Organist der dortigen Pfarrkirche.

"Das Autogramm des Heiligen Vaters war ein Glück, aber kein Zufall", schrieb Dekan Kemmer ins Goldene Buch des Marktes, in dem er sich - wie Beck und Dippold - verewigen durfte. Als Hausherr ist Buttenheims Bürgermeister Michael Karmann (CSU/ZWdG) glücklich darüber, ein weiteres von prominenten Zeitgenossen signiertes Ausstellungstück in den Mauern des Museums zu haben. Von Angela Merkel über Gerhard Schröder, Dirk Nowitzki, Franz Beckenbauer bis hin zu Horst Seehofer, Edmund Stoiber, Erzbischof Ludwig Schick und anderen mehr liegen bereits Autogramme vor.

"Wer uns noch fehlt, sind der Papst und Barack Obama", hatte Landrat Johann Kalb (CSU) gerne gescherzt. Unter seiner Amtsperiode als Bürgermeister von Buttenheim wurde das Museum eingeweiht und erweitert. Als Kalb im Frühjahr hörte, dass Pommersfeldens Bürgermeister mit Höchstadt auf Rom-Reise geht, sagte er zu Beck: "Da kannst Du ja eine Jeans mitnehmen!"


Einen Versuch war es wert

"Träume", war die erste Reaktion von Pommersfeldens Bürgermeister. Aber zwei Tage vor der Reise legte er den Vorschlag dennoch Dekan Kemmer vor. "Versprechen kann ich nichts, aber probieren kann ich es", antwortete Kemmer.

Erst am Vorabend der Reise habe er mit Erzbischof Gänswein gesprochen und ihm diesen Wunsch aus Franken vorgetragen, erzählt der Höchstadter Dekan. Nicht zuletzt mit dem Hinweis auf den christlich-jüdischen Dialog. Denn Levi Strauss, der weltweit als der Erfinder der "Blue Jeans" gilt, wurde 1829 als Sohn jüdischer Eltern in Buttenheim geboren.

Beck besorgte umgehend eine Original Levi's 501. "Natürlich in meiner Größe", sagt der Bürgermeister praktisch denkend. "Hätte es nicht geklappt, dann hätte ich die Jeans halt getragen." Aber es hat geklappt. Dank der Organisation von Dekan Kemmer bekam die Delegation bei der Audienz einen Platz in vorderster Reihe.

Nach der offiziellen Audienz habe Papst Franziskus verschiedenen Besuchern die Hand gedrückt. Auch der Delegation aus der Höchstadter Reisegruppe. "Ein unvergesslicher Augenblick", schwärmt Beck, der den Papst um seine Unterschrift bat. "Er konzentriert sich zu hundert Prozent auf die Person, die er vor sich hat", erzählt begeistert Rainer Dippold. Es war praktisch die allerletzte Möglichkeit, denn schon eine Minute später sei ein Wolkenbruch über Rom niedergegangen, wie ihn Dekan Kemmer auf seinen vielen Reisen in die Heilige Stadt noch nicht erlebt hat. Da war die Blue Jeans aber schon signiert und Beck konnte sich samt Hose in den Petersdom "retten". Landrat Kalb hat auch schon eine Idee, wie es mit den Promi-Jeans weitergehen soll: Biographien aller Unterzeichner sollen verfasst und mit den Jeans zu einer Sammlung zusammengestellt werden.