Umweltschutz? Dieses Thema steckt nach deutschen Maßstäben in Marokko noch in den Kinderschuhen. Trotzdem setzen sich die Bürgermeister der Städte Beni Mellal und Agadir in Sachen Abfallwirtschaft dafür ein.

"Sie pflegen seit Jahren einen freundschaftlichen Austausch mit Bamberg", sagt Paul Einwag (72). Der Bamberger ist seit 1984 in der ganzen Welt unterwegs und unterstützt als so genannter "Kurzzeitexperte" die Entwicklungshilfe im Bereich der Abfallwirtschaft. "Ich bin Experte in beratender Funktion für die jeweiligen Behörden und Regierungen im Auftrag unserer Bundesregierung", erklärt er. Als ehemaliger Leiter des Bamberger Baubetriebsamtes - heute EBB - ist Abfallwirtschaft sein Spezialgebiet.

So ist er auch auf die Firma Fritsche, einen Entsorgungsbetrieb mit Standorten in Bamberg und Forchheim, gekommen, als ihn die Bürgermeister von Beni Mellal und Agadir um Hilfe baten: "Wir haben in beiden Städten seit Jahresbeginn ein Projekt laufen, in dem wir eine Abfallgetrenntsammlung gestartet haben. Papier und Plastikabfäll werden separat gesammelt und mit mehr mit anderen Abfällen gemischt", erläutert Einwag.
Insgesamt würden 1000 Kubikmeter Plastikabfälle und Altpapier in Säcken gelagert, die nun gepresst werden müssten.

Die Firma Fritsche stellte eine etwa sieben Jahre alte Papierpresse kostenlos zur Verfügung, die nun ihre Reise nach Marokko antrat. Den Transport der Presse übernimmt die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit.

Bereits im Vorfeld waren einige marokkanische Arbeiter in den Raum Bamberg gereist, um an der Presse angelernt zu werden. Sie wiegt etwa zwei Tonnen und funktioniert über ein einfaches hydraulisches System.
Einwag freut sich schon auf weitere Unterstützung einer Bamberger Firma: Das Transport- und Entsorgungsunternehmen Eichhorn ist bereit, eine Siebtrommel für eine Kompostanlage in Agadir zur Verfügung zu stellen.