Er war gerade 21 Jahre alt, als er starb: Beim Baden mit anderen jungen Leuten, die mit dem Schrecken davon kamen. Hatte der Bamberger - nicht anders als seine Begleiter - die Strömung unterschätzt, die im Breitengüßbacher Badesee nach der Einmündung des Mains herrschte? So konnten ihn am Samstagabend Rettungskräfte nach einer einstündigen Suchaktion nur noch leblos aus dem Wasser bergen. Das tragische Ende eines Ausflugs.


Mit dem Schlauchboot


Tobias Moroskow war einer der ehrenamtlichen Helfer, die von der Bamberger Rettungsleitstelle gegen 19 Uhr alarmiert wurden. "Offenbar bekamen vier junge Leute beim Schwimmen im See Probleme mit der Strömung. Andere, die mit einem Schlauchboot in der Nähe waren, konnten drei der um Hilfe Rufenden noch aus dem Wasser retten", so der Leiter der Schnellen Einsatztruppe der Wasserwacht Bamberg. Der 21-Jährige aber sei abgetrieben worden. "Vier unserer Taucher suchten nach ihm, bis einer der Männer nach über einer Stunde den leblosen Körper fand."

Neben Moroskow waren am Samstagabend fast 60 Einsatzkräfte von Wasserwacht, Rettungsdienst, Feuerwehr und darüber hinaus noch Polizei vor Ort, um nach dem Vermissten zu suchen. Ein Polizeihubschrauber war im Anflug, als man den 21-Jährigen aus dem Wasser zog. "Ein Kriseninterventionsteam war mittlerweile ebenfalls alarmiert worden und nahm sich der Begleiter des Bambergers an", berichtet der Leiter der Schnellen Einsatztruppe, der vor Jahren schon eine ähnliche Tragödie erlebte: "Ein anderer tödlicher Badeunfall, zu dem ich gerufen wurde. Mit so etwas müssen wir als ehrenamtliche Kräfte lernen, umzugehen, irgendwie fertig zu werden."


Bislang ein Rätsel

Wie aber ist es möglich, dass ein junger Mann in einem Badesee ertrinkt? War die starke Strömung tatsächlich ausschlaggebend? Der Notarzt konnte nurmehr den Tod des Bambergers feststellen. Um die genaue Ursache zu klären, ist nun eine Obduktion geplant, wie über Gerhard Bessler als Dienstgruppenleiter des Kriminaldauerdienstes zu erfahren war. Die Ermittlungen dauern an.


Viele Fragen

Und wie gefährlich ist das Baden im Breitengüßbacher See? Alarmiert meldeten sich User, die über Facebook und InFranken.de vom Geschehen erfuhren und die Frage aufwarfen. "Die Strömung des Mains wird an der Einmündung in den See spürbar. Man braucht beim Schwimmen weitaus mehr Kraft, um sich vorwärtszukämpfen", meint der Leiter der Wasserschutzpolizeigruppe Bamberg, Polizeihauptkommissar Heinz Römmelt. Die Folge davon: Überanstrengung. Wobei Römmelt auch andernorts Risiken sieht, die viele unterschätzten: "Generell ist vor der Strömung von Main und Regnitz in nichtgestauten Bereichen zu warnen. Keinem zu empfehlen ist natürlich auch das Baden an Stellen, an denen Kraftwerke und Schiffsverkehr für Gefahren sorgen."