Er kann es heute noch! Frensdorfs Bürgermeister Jakobus Kötzner hat bereits als Jugendlicher seiner Mutter beim Brotbacken, vor allem beim Kneten des schweren Teigs geholfen. Ob er als Vorsitzender des "Fördervereins Bauernmuseum Bamberger Land" wohl deshalb besonderen Gefallen am Backofen des ehemaligen Fischerhofs hat? Sicher nicht, denn der alte Backofen gehört einfach zum Hof dazu.
Möglichst original soll alles erhalten werden, sagt Museumsleiterin Birgit Jauernig. Daher wurde bei der Renovierung des Backofens, für die der Förderverein die Kosten in Höhe von 3500 Euro getragen hat, auch "nur das Funktionale" gerichtet. Das allerdings ist nur zu sehen, wenn man den Kopf durch die Schüröffnung steckt. "Jetzt heizt er viel besser", hat die Museumsleiterin festgestellt.
Vor der Renovierung sei das Material sehr porös gewesen und der Ofen habe schnell Hitze verloren. Dadurch habe man schlecht einschätzen können, wann das Brot fertig war. "Manchmal waren die Brote dann innen noch roh." 15- bis 20-mal im Jahr wird der Ofen angeschürt - immer wenn Schulklassenbei einer museumspädagogischen Aktion Brot backen. Das Holz dazu kommt aus dem eigenen Waldrecht des Fischerhofs.
Insgesamt rund 120 000 Euro hat der Verein schon in den Museumshof gesteckt, wie Vorsitzender Kötzner in der Hauptversammlung vorgerechnet hatte. Der 1981 gegründete Verein habe bis 1992 das Museum selbständig betrieben. Erst dann habe der Landkreis die Trägerschaft übernommen. Als sich 1997 die Gelegenheit bot, die Nachbarscheune und den Garten zu erwerben, brachte der Verein die Kosten von 60 000 Euro auf. Weitere 20 000 Euro übernahm der Verein für die Schablonenmalerei in der Bauernstube und weitere 2000 Euro für die Renovierung des alten Sofas.

Neuer Name

Erst 2004 sei der Verein in Förderverein umbenannt worden. Die Kosten für die Anschaffung von Kühlgeräten in Höhe von 4000 Euro für die Seminar-Küche hat der Verein ebenso übernommen wie die 5500 Euro für das Konzept zur Dauerausstellung. Jetzt hat der Förderverein für den Parkplatz hinter dem Museum einen Zuschuss von 10 000 Euro in Aussicht gestellt.
Museumsleiterin Jauernig ist froh, "im Förderverein einen so engagierten Partner an der Seite zu haben". In der Hauptversammlung berichtete sie über die Angebote des Museums während der vergangenen zwei Jahre. Die Vielfalt reichte vom museumspädagogischen Arbeiten mit Schulklassen und Kindergärten über Sonderausstellungen, Trachten- und Musikhandwerkermarkt, Trachtennähkurse bis hin zu Veranstaltungen der ArGe Oberfränkische Volksmusik. Das Bauernmuseum als Außenstelle der Landesgartenschau habe zudem Gartenliebhaber aus ganz Deutschland angelockt.
Heuer sei eine Ausstellung mit dem Titel "Wald-Geschichten" geplant, die sich dem Forst und der Jagd in Bayern in mehr als 1000 Jahren widme. Auch am Fischerhof gibt es noch Einiges zu tun: Es steht die Sanierung des Austragshauses an. Hinter dem Backhofen befindet sich zudem noch die alte Obstdarre, die ebenfalls hergerichtet werden soll.
Der Verein heißt seit der Mitgliederversammlung "Förderverein Bauernmuseum Bamberger Land".
Bei den Wahlen wurde Jakobus Kötzner im Amt des Vorsitzenden bestätigt. Zur Zweiten Vorsitzenden wurde Margit Wolf aus Reundorf gewählt. Neuer Geschäftsführer wurde Ulrich Pohl aus Bischberg. Die Kasse verwaltet Sabine Schieweck aus Birkach, Schriftführer ist Marcus Rasim.