Als "eine der letzten Bauphasen zur Fertigstellung der Ausbaustrecke Ebensfeld-Bamberg", kündigt die Bahn das an, was in diesem Sommer an der ICE-Strecke geplant ist. Zwar wurden die Bauarbeiten, die im Januar 2016 begannen, nie unterbrochen, doch nach der Aufhebung der Vollsperrung der Bahnstrecke Bamberg-Lichtenfels wurde es doch etwas ruhiger.

Doch nun erhöht die Bahn noch einmal das Tempo, damit zum Fahrplanwechsel am 10. Dezember die ICE reibungslos über die Neubaustrecke Erfurt-Ebensfeld durch den Thüringer Wald und weiter über Bamberg und Nürnberg nach München rauschen können. Die Fahrtzeit zwischen Berlin und München soll dann statt gegenwärtig rund sechs Stunden nur noch etwa vier Stunden betragen. Eine Fahrt von Bamberg nach Berlin soll dann weniger als drei Stunden dauern.

Dafür soll vom 14. Juli bis 28. August "an mehreren Baustellen konzentriert gebaut" werden, so die Bahn. Unter anderem handle es sich dabei um Brückenarbeiten in Breitengüßbach, Unteroberndorf und Zapfendorf, um Arbeiten an der Oberleitung, an der Signaltechnik und an Gleisen sowie Restarbeiten an Lärmschutzwänden.

Da in diesem Zeitraum auch auf dem Streckenabschnitt zwischen Fürth und Eggolsheim (Landkreis Forchheim) sowie in Thüringen zwischen Saalfeld und Jena verstärkt gearbeitet wird, kommt es auch wieder zu Umleitungen und Behinderungen im Bahnverkehr. Zwischen Nürnberg und Lichtenfels gibt es teilweise Zugausfälle, Totalsperrungen und Schienenersatzverkehr bei der S-Bahn und den Regionalbahnen.

Im Fernverkehr wird die ICE-Linie Berlin-Nürnberg-Leipzig-München ab Leipzig beziehungsweise Nürnberg über Fulda und Würzburg umgeleitet. Der ICE hält in Erfurt und teilweise auch in Fulda oder Würzburg. Die planmäßigen Zwischenhalte in Erlangen, Bamberg, Lichtenfels, Saalfeld, Jena und Naumburg entfallen. Nur der in Lichtenfels beginnende ICE nach München (Abfahrt 6.27 Uhr) soll auch während der Bauarbeiten verkehren.
Weiter im Norden werden die Züge des Franken-Thüringen-Express (Lichtenfels-Kronach-Saalfeld-Jena) vom 15. Juli bis 6. August zwischen Saalfeld und Jena ausfallen.

Doch nicht nur Bahnreisende und Pendler werden die Arbeiten an der Bahntrasse zu spüren bekommen. Auch wenn die großen und lärmträchtigen Erdbewegungen, Abrissarbeiten und Baumaßnahmen weitgehend abgeschlossen sind, werden die Anwohner der Baustelle doch noch mal einiges mitbekommen. So müssen zum Beispiel die Hilfsbrücken wieder rückgebaut werden. In Breitengüßbach soll das bei der Brücke am Kreisverkehr im Süden und der bei Unteroberndorf gleich übers erste Bauwochenende vom 14. bis 17. August geschehen. Die Brücke Unteroberndorf war jedoch schon in dieser Woche gesperrt.

Auf der neuen ICE-Strecke werden dann nach dieser heißen Bauphase von September bis November noch zahlreiche Test- und Trainingsfahrten stattfinden. Am Rand der Strecke wird währenddessen immer noch gebaut. So ist etwa nach jüngsten Planungen die Inbetriebnahme der Brücke Zapfendorf-Nord erst für den 30. November vorgesehen.