Der erste Bauabschnitt zur Gesamtsanierung der Neuen Residenz ist in trockenen Tüchern. Der Haushaltsausschuss des bayerischen Landtags hat die beantragten 2,88 Millionen Euro genehmigt. Das teilte CSU-Landtagsabgeordneter Heinrich Rudrof der Lokalredaktion mit. Für die Weltkulturerbestadt und die für den Bauunterhalt der Neuen Residenz zuständigen Behörden - das Staatliche Bauamt Bamberg und die Staatliche Schlösserverwaltung - ist das eine gute Nachricht. Denn es herrscht in und am ehedem fürstbischöflichen Schloss dringender Handlungsbedarf. Vom Kaiserappartement abgesehen, investierte der Freistaat Bayern seit über 70 Jahren nicht mehr als das Nötigste in das Bauwerk, weil die Mittel vorrangig in die vom Krieg zerstörten Schlösser und Residenzen flossen.

Man hatte daher in Bamberg sehr auf die Mittelfreigabe in München gehofft, um bald mit der Gesamtsanierung beginnen zu können. Nun könnten in den nächsten Tagen die Ausschreibungen erfolgen und voraussichtlich im Juni mit den ersten Arbeiten begonnen werden, sagte Sachgebietsleiter Christoph Rohde.Zunächst sind das Schieferdach und die Fassade des so genannten Schönbornbaus an der Reihe. Die Arbeiten werden sich auf die dem Domplatz abgewandten Seiten beschränken. Keine (planbare) Baustelle soll im Jahr des 1000. Domweihe-Jubiläums den Gesamteindruck des Platzes beeinträchtigen. Eingerüstet wird die Neue Residenz heuer deshalb nur im Innenhof beziehungsweise entlang der Residenzstraße.


Straßensperre wird nicht nötig sein



Dort wiederum will man mit einem Gerüst auskommen, das nur 70 Zentimeter tief ist. So werde relativ wenig Raum beansprucht und könne die Fahrbahn in beiden Richtungen offen bleiben, erläutert Rohde. Auf dieses Ziel hätten sich das Staatliche Bauamt und die Stadt Bamberg verständigt.

Der erste Bauabschnitt erstreckt sich über mehrere Jahre. Für die Fassaden- und Dachsanierung allein sind rund 1,7 Millionen Euro veranschlagt. Anschließend sollen zwei Zimmer des "Fürstbischöflichen Appartements" restauriert werden. Mit 825.000 Euro beteiligt sich der Bund über sein Investitionsprogramm "Nationale Unesco-Welterbestätten" an den Investitionen in die Neue Residenz. Sie ist mit jährlich ungefähr 35.000 Besuchern eine der größten Touristenattraktionen in Bamberg.