An der Baustelle des Kurt-Straßberger-Wohnheims im Süden von Memmelsdorf fand ein Ortstermin statt, um sich ein Bild vom Baufortschritt der zukünftigen Wohnstätten von Behinderten der Lebenshilfe Bamberg zu machen. Die vorherigen Häuser, von 1978 bis 1982 gebaut, waren abgerissen worden und sollen durch Bauten nach neuestem Stand für die Pflege und Betreuung behinderter Menschen ersetzt werden. Die damaligen 36 Bewohner leben jetzt im ehemaligen Pflegeheim am Michelsberg und im neu gebauten St.- Marien-Wohnheim in Frensdorf.

Klaus Gallenz, der Erste Vorsitzende der Lebenshilfe Bamberg, begrüßte zur Besichtigung die Bayerische Staatsministerin für Gesundheit und Pflege Melanie Huml (CSU), Memmelsdorfs Bürgermeister Gerd Schneider (Überparteilich), Hans Müller als Aufsichtsratsvorsitzenden der Wohnheime, Günther Hofmann, Geschäftsführer der Lebenshilfe, Dagmar Haarkötter, Vorsitzende des Arbeitskreises Wohnen, Günter Kolb, Elternbeirats- und Fördervereinsvorsitzender, Eugen Weber, ehemaliger und zukünftiger Leiter des Wohnheims, und drei ehemalige und zukünftige Bewohner.


Baufortschritt im Plan

Gallenz dankte dem Bayerischen Staat, der 2,4 Millionen Euro Zuschuss gewährte, dem Bezirk Oberfranken für 340 000 Euro, der Aktion Mensch und weiteren Institutionen. Die Gesamtkosten sollen 3,5 Millionen Euro betragen. Der Baufortschritt sei dank des Wetters gut, die Kosten lägen etwa zehn Prozent über den veranschlagten, berichtete Gallenz.

Ministerin Huml lobte das neue Konzept: "Das neue Haus wird den Bewohnern ein Zuhause und Heimat bieten, ihnen Individualität geben und auch Möglichkeiten für Gemeinschaft und Kontakt bieten." Man sei hier in Memmelsdorf mittendrin im Wohnumfeld und mit Nachbarn. So könnten Menschen mit Behinderung auch leichter teilnehmen am Ortsgeschehen.

Darauf warten auch die früheren Bewohner wieder. Für sie sprach Mani Metzner: "Es wird höchste Zeit, dass wir wieder nach Memmelsdorf zurückkommen, denn da gehören wir doch hin, hier sind wir zuhause." Was auch Gabi Hubert als Ehemalige bestätigte.

Architekt Markus Hirt führte anschließend die Gäste in die Gebäude und zeigte einige der zukünftigen Zimmer. Sie sind alle nach Süden ausgerichtet und haben jedes auch ein eigenes Bad. Vorher lebten hier 36 Personen - in die vier neuen Gebäude mit jeweils Erdgeschoss und einem Stockwerk werden 24 Bewohner einziehen, eine Gruppe wird in Frensdorf bleiben. "Mit Ausblick vom Zimmer auf das Grüne, die Wiese und Terrasse haben die Menschen keinen Qualitätsverlust gegenüber früher." Der schmetterlingsartige Bau mit den vier Wohnbereichen hat in der Mitte den gemeinsamen Wohn- und Essbereich in jeder Etage, es gibt aber zusätzlich noch Räume für weitere gemeinsame Aktivitäten. 18 Mitarbeiter unter der Leitung von Eugen Weber werden die Betreuung rund um die Uhr gewährleisten.

Das Richtfest für das Kurt-Straßberger-Wohnheim soll im Juni sein, der Einzug ist im Frühjahr oder Sommer des nächsten Jahres geplant.