Während der ehemalige Chefarzt für Gefäßmedizin, Dr. W., seine "wissenschaftlichen Vorträge" mittlerweile im Gerichtssaal hält, wo er sich wegen des Vorwurfs von sexuellen Missbrauchs zu verantworten hat, stellte am Dienstag die Sozialstiftung den neuen Leiter der Klinik für Gefäßchirurgie, Gefäßmedizin und Phlebologie vor.

"Ich weiß um die besondere Situation"

Der Neue heißt Fred Peter, ist 47 Jahre alt, hat zwei Kinder und war zuletzt als Chefarzt in der DRK-Klinik St. Joseph-Hospital in Bremerhaven tätig. "Ich weiß um die besondere Situation. Ich habe aber auch keinerlei Berührungsängste mit dem Thema meines Vorgängers und werde sehr offen und transparent meine Abteilung führen", betonte Peter.

Zudem sei er sich sicher, dass es ihm und seinem Team gelingen werde, dass in naher Zukunft im Umkreis von 200 Kilometer kein Patient an der Bamberger Gefäßchirurgie und Phlebologie vorbei komme. Denn, und dies war auch einer der Beweggründe, warum er seine leitende Stelle in Bremerhaven verlassen hatte: Das Bamberger Klinikum verfüge über die allerneueste und hochmodernste Technik wie den Hybrid-OP.

"Ich bin dem Ruf nach Bamberg gefolgt, weil ich in der Sozialstiftung jemand gefunden habe, der genauso denkt wie ich: Man kann nur mit der besten und neuesten Technik - und natürlich auch einem guten Team - die Patienten optimal versorgen", betonte Peter. Daher sehe er der Zukunft sehr positiv entgegen.

Kein signifikanter Rückgang der Patientenzahlen

Auch der Vorstand der Sozialstiftung, Xaver Frauenknecht, und der ärztliche Leiter Georg A. Pistorius bewerteten die Aussichten für die Gefäßklinik positiv. "Es hat bisher keinen signifikanten Rückgang der Patientenzahlen in der Gefäßmedizin gegeben. Ganz im Gegenteil: Wir sind dem Team dankbar, dass es die Interimszeit ohne leitenden Chefarzt mit Bravour gemeistert und alle Patienten bestens versorgt hat", schilderte Pistorius. Und auch das große Bewerberspektrum auf die vakante Stelle habe gezeigt, dass der "Vorfall" keine allzu negativen Auswirkungen auf den Klinik-Betrieb zu haben scheint.

Der Gefäßspezialist ist aber nur einer der beiden Neuzugänge am Bamberger Klinikum. Mit dem Privatdozenten Philip Lang wird nach einem rund halben Jahr die zweite vakante Chefarztstelle wieder besetzt. "Der bisherige Chefarzt der Klinik für Anästhesie, Operative Intensivmedizin und Schmerztherapie, Michael Heesen, hat auf eigenen Wunsch das Klinikum verlassen, um ins Ausland zu gehen", erläuterte Frauenknecht. Für ihn wird ab sofort der 44-jährige Lang, Vater von drei Kindern, die Anästhesie leiten.

"Hier gibt es alles, was ein Anästhesist braucht, um glücklich zu sein"

Zuletzt war Lang als Geschäftsführender Oberarzt in der Klinik für Anästhesiologie am Klinikum der Ludwig-Maximilians-Universität München, Großhadern tätig. Auch er lobt bei seiner Vorstellung den hervorragenden Ruf des Klinikums: "Hier gibt es alles, was ein Anästhesist braucht, um glücklich zu sein. Vor allem einen hochmodernen Operationstrakt, der die nächsten Woche in Betrieb gehen wird."

Lang hat sich damit gegen 41 Mitwerber aus ganz Deutschland durchgesetzt. Nicht zuletzt deswegen, weil er, wie Pistorius hervorhob, in der oberen Liga spiele. "Wir dürfen nicht vergessen, dass unsere Klinik für Anästhesie mittlerweile kaum mehr von einer Uni-Klinik zu unterscheiden ist", so der ärztliche Leiter.
Mit den beiden Neuernannten sind inzwischen 24 Chefärzte für die Sozialstiftung tätig.