"Das Rathaus ist doch kein Narrenhaus", wehrte sich Memmelsdorfs Bürgermeister Gerd Schneider (Parteilos) im Sitzungssaal des Rathauses. Allerdings erst nach der offiziellen Gemeinderatssitzung. Und auch nur spaßeshalber.

Denn einmal mehr stürmte der Memmelsdorfer Carneval Club (MCC) das Rathaus und forderte die Herausgabe des Rathausschlüssels. Doch so ganz freiwillig und ohne Kampfesgeist überließ Schneider die Regentschaft der Narrenschar nicht. "Wir packen jedem beim Kragen und werfen ihn hochkant hinaus. Ich sage jetzt mal klipp und klar: Hier bleibt alles wie es mal war!"

Erst als ihm das Prinzenpaar seine Tollität Maximilian I. und ihre Lieblichkeit Andrea I. angedroht hatte, mit Kanonen wiederzukommen, gab er sich geschlagen und ergab sich der Narrenscharr. Und siehe da: Seine neue Rolle gefiel ihm sichtlich. Schneider strahlte vor Glück, als er sich mit seiner Lieblichkeit einen Walzer aufs Parkett gönnte. Aber auch die Tanzeinlagen der Gardemädels genoss Schneider mit einem breiten Lächeln. Selbst die Schellte des Hofnarren alias Gerd Schühlein ertrug der Bürgermeister mit einer großen Portion Humor.


Neue Freizeit

Am meisten jedoch freute sich Schneider über seine neu gewonnene Freizeit. Denn bis Mitte Februar regieren nun der Prinz und seine Lieblichkeit im Rathaus.

Die Rathauserstürmung läutet für den Memmelsdorfer Fasching die heiße Phase der fünften Jahreszeit ein, die mit ihrer Gala in der Seehofhalle am Samstag, 30. Januar, ihren Höhepunkt findet. Karten für diese Tanzveranstaltung mit Büttenreden und Gardeauftritten sind noch bei Thomas Nickoleit (Tel. 0951/44877) erhältlich.
Vor dem Narrensturm auf das Memmelsdorfer Rathaus hatte sich noch der Gemeinderat getroffen. In seiner kurzen öffentlichen Sitzung beschlossen die Räte einstimmig, den Bedarfsplan vom Jahre 2013 für die Unterbringung von Kindern in Kindergärten oder Schulen fortzuschreiben. Dazu sollen künftig alle Eltern angeschrieben werden.

Zur Kenntnis nahm der Gemeinderat die weiteren Planungen zur Ausweisung des Baugebietes in Meedensdorf-Ost. So seien aktuell fünf Erschließungsträger angeschrieben worden. Deren Angebote erwarte man bis Anfang Februar zurück. Ende Februar könnten dann die Arbeiten vergeben werden.

Gleichzeitig sollen im März die Verträge mit den Eigentümern unter Dach und Fach gebracht werden. Die eigentliche Erschließung des Baugebietes jedoch werde aller Voraussicht nach erst im Frühjahr oder auch im Sommer nächsten Jahres erfolgen.