Wer bei Thomas Kaminski Klavier- oder Gitarrenunterricht nimmt, lernt mehr als ein Instrument nach Schema F möglichst perfekt zu spielen. "Ich möchte Schülern auch zeigen, wie leicht man über Musik mit anderen in Kontakt kommt und sich nonverbal zu verstehen beginnt", meint der 28-Jährige. Auf diese Weise ließen sich Brücken zwischen Menschen verschiedenster Kulturen schlagen, "was künftig mehr denn je von Bedeutung ist". "BamSession" nennt sich die kleine Musikschule, in der Kaminski Interessenten am Schulplatz spielerisches Können beibringt, mit dem sie sich später gemeinsam auf der Bühne profilieren können.



Aus Australien

In schöner Regelmäßigkeit veranstaltet der Wahlbamberger "Ladenkonzerte", bei denen junge Talente neben erfahrenen Musikern auftreten. Gerade war der australische Folksänger und -gitarrist Grim Fawkner bei "BamSession" zu Gast und spielte in der Location, in der Schüler auch Percussion-, Bass- und Gesangsunterricht nehmen. Der Loisach Marci ging schon mit Lederhose, Alphorn und anderen Instrumenten auf Kaminskis Bühne ab, die sich zu dieser Zeit aber noch in Straßgiech befand: "Da fingen wir mit den Wohnzimmerkonzerten an, die wir im April in die neuen ,BamSession'-Räume am Schulplatz 2 verlegten." Mit Hilfe der Internetplattform SofaConcerts kommt der Musiklehrer mit Künstlern aus der Region, aber auch internationalen Acts in Kontakt, die jenseits großer Konzertsäle die Nähe zum Publikum genießen.

Was verschlug Kaminski, der aus Staßfurt in Sachsen-Anhalt stammt, eigentlich nach Bamberg? "Das Referendariat." Nachdem er seinen Master of Music Education an der Musikhochschule von Weimar machte, kam der kreative Kopf ans E.T.A.-Hoffmann-Gymnasium. "Nur wollte ich freier arbeiten, engagierte mich in meiner Freizeit noch für diverse andere Projekte - und ging über ,BamSession' endlich eigene Wege."


Unterricht mit individueller Note

Interessenten im Alter zwischen sieben und 76 Jahren nahm der Wahlfranke seither unter seine Fittiche. "Ja, 76 war mein ältester Schüler, ein Pastor, der bei mir Klavierunterricht nahm." Wobei sich Kaminski an den individuellen Bedürfnissen aller orientiert, die seine Hilfe suchen. "Eine meiner Schülerinnen wird beispielsweise Lehrerin und muss für ihre Tätigkeit mehr als ein Instrument beherrschen", berichtet der 28-Jährige. So bekommt die angehende Pädagogin bei ihm Gesangs- und Gitarrenunterricht, lernt Orffsche Instrumente und Percussionspiele, mit denen sie die Kids auf wieder andere Weise bei der Stange hält.

Überhaupt liegt Kaminski daran, dass Schüler "über ihre Instrumente hinausdenken", wie er sich ausdrückt. Das würde sie fürs Zusammenspiel mit anderen Musikern qualifizieren und bei "BamSession" dementsprechende Bühnenerfahrungen sammeln lassen. "Mein nächstes Projekt ist übrigens eine Songwerkstatt, in der Teilnehmer kreativ werden statt nur zu covern", verrät der Musiklehrer an dieser Stelle noch. Und wer steht beim nächsten "Ladenkonzert" am 11. Oktober (20 Uhr) im Rampenlicht? Sænder aus Köln, der Groß stadthymnen unters Bamberger Publikum bringt.