"Es war toll, aber viel zu warm." So urteilte ein Zuhörer, als er nach der knapp eineinhalbstündigen Vorstellung von Carmina Burana (inklusive der Ansprache des Oberbürgermeisters Andreas Starke) die Stechert Arena verließ und sich die deutlich kühlere Luft draußen um die Nase wehen ließ. Dieses Credo dürfte an dem Abend wohl die vorherrschende Meinung über das Benefizkonzert zugunsten des Himmelsgartens von St. Michael gewesen sein.
Doch mal abgesehen von den gefühlten Saunatemperaturen und dem üblichen Anreisechaos - viele der rund 3500 Besucher schafften es durch die Parkplatzsuche mit dem letzten Gong gerade rechtzeitig zu kommen - präsentierte sich die Stechert Arena von ihrer allerbesten Seite. Anstelle wilder Werbebanner im Foyer bekamen die Besucher grüne Pflanzen zu Gesicht. Das Innere der Halle bot zwar optisch mehr oder weniger den bekannten Anblick, überraschte aber dafür mit einer Akustik, wie sie wohl kaum einer für möglich gehalten hätte. "Es geht also auch in einer Basketballhalle mit der Akustik!", freute sich Brose Baskets-Manager Wolfgang Heyder, als er nach dem Konzert strahlend ins Foyer trat. Vielleicht wurde solchermaßen ja ein Geheimnis der "Frankenhölle" gelüftet. Begeistert habe ihn zudem der Laienchor.
Auch Erzbischof Ludwig Schick lobte die Veranstaltung und betonte, dass er sehr beeindruckt gewesen war und er nun hoffe, dass die baldige Renovierung der Kirche beginnen könne. "Die Musik war heiß und die Temperaturen auch. Aber es hat mir sehr gut gefallen", bilanzierte er.

Erleichterung beim Betreiber

Nicht minder begeistert war Stadtrat und SPD-Fraktionsvorsitzender Wolfgang Metzner. So könne er nur staunen, was in einer Basketballhalle alles möglich sei. "Dieses exzellente Konzert mit einem tollen Laienchor hat mich bestärkt, mich weiter für die Zukunft der Halle einzusetzen." Denn der Abend habe eindeutig gezeigt, dass nicht nur Basketballfans in der Arena ihre Freude finden können, sondern auch Fans klassischer Musik. Verbesserungswürdig seien aber die Raumtemperaturen. "Zwar bin ich vom Basketball einiges an Hitze gewöhnt, aber die Wärme während des Konzertes war schon grenzwertig", sagte Metzner. Seinem Genuss an Orffs Werk hätte dies aber keineswegs geschadet. Erleichtert über den gut verlaufenen Abend hingegen war Arena-Betreiber Horst Feulner. "Der große Mehraufwand hat sich wirklich gelohnt. Und das Ergebnis gibt uns Recht, die Arena ist durchaus auch für klassische Konzerte tauglich", so der Geschäftsführer der Bamberg Congress und Event GmbH. Allerdings habe man zusammen mit einer externen Firma lange an der Akustik der Halle gefeilt, um ein sehr gutes Ergebnis zu erzielen. So wurden die Seiten neben und hinter der Bühne ebenso aufwendig abgehängt wie die Nordtribüne.
"Um die Höhen und Bässe auf der Nordtribüne zu absorbieren, wurden die dortigen Stühle abgedeckt und ein doppelter Vorhang vor die Bühne gespannt", erläuterte Feulner. Allerdings bedauerte er, dass nicht vor jedem Konzert ein so großer Aufwand betrieben werden könne.
Die Raumtemperatur habe man leider nicht weiter senken können, da die Halle keine Klimaanlage besitze. "Wir haben zwar die beiden Nächte zuvor die Belüftungsanlage laufen lassen, um die kühlere Nachtluft in die Arena hineinzulassen. Aber dies reicht natürlich nicht aus, eine Halle dieser Größe zu kühlen", schilderte Feulner. Zudem habe man die Belüftungsanlage während des Konzertes ausgeschaltet, da man den Hörgenuss nicht durch die Geräusche der Anlage beeinträchtigen wollte. Allerdings, so der Geschäftsführer, habe man nach der Hälfte der Aufführung diese dann doch einschalten müssen, da die Temperaturen zu stark gestiegen seien und die Feuchtigkeit zu hoch war. "Dennoch war das Benefizkonzert ein voller Erfolg. Wir waren ausverkauft und wir haben ein Konzerterlebnis geboten, welches man nicht jeden Tag erlebt."
Und wie urteilten die Mitwirkenden auf der Bühne? Katrin Förster, Annette Strian, Claudia Zitzmann und Maria Fontaine, die alle vier beim Laienchor mitsangen, strahlten am Ende um die Wette. "Unser Auftritt war spannend, faszinierend, kurzweilig, aber auch sehr intensiv. Denn auch Singen ist Schwerstarbeit", berichtete Katrin Förster. Sie alle seien sehr stolz gewesen, mit den Bamberger Symphonikern vor einem so großen Publikum auftreten zu dürfen. Zwar hätte es in der Halle etwas kühler sein dürfen, aber keiner der vier hätte das großartige Gefühl missen mögen, dass sie am Ende überkam, als das Publikum seinen Beifall kundtat.