Die Zahl der vorgemerkten Interessierten ist jetzt schon größer als die der Wohneinheiten, für die die Gewobau am Donnerstag den symbolischen ersten Spatenstich beging.

28 Mietwohnungen errichtet sie an der Küchelstraße auf einem Gelände, das dem Unternehmen bisher als Parkplatz gedient hat. In ziemlich genau zwei Jahren soll der "Augustenhof" bezugsfertig sein.

Der Name ist von der nahen Augustenstraße abgeleitet, die vom Heinrichsdamm zum Wilhelmsplatz führt. Die kleine Küchelstraße zweigt davon in Richtung Amalienstraße/Haingebiet ab.

Das mit 7,9 Millionen Euro veranschlagte Vorhaben werde dazu beitragen, den Wohnraummangel in Bamberg zu lindern. Das sagten sowohl Landrat Hans Kalb, Aufsichtsratsvorsitzender der in Stadt und Landkreis Bamberg tätigen Wohnungsbaugesellschaft, als auch Bambergs Dritter Bürgermeister Wolfgang Metzner beim Spatenstich.

Letzterer lobte die "tolle Lage" des Grundstücks, weil von dort aus vieles fußläufig zu erreichen sei. Als Parkplatz sei es unter Wert genutzt worden. Endlich werde die "lange Brache" sinnvoll mit Leben gefüllt.

Ende 2017 sollen die 28 Wohnungen bezugsfertig sein. So sieht es der Zeitplan von Gewobau-Geschäftsführer Georg Neuberger und den Architekten Christina und Simon Keidel vor. Die Baugrube für die Tiefgarage mit mehr als 30 Stellplätzen will man in den nächsten Wochen ausheben. "Wir arbeiten zu, so lange es das Wetter zulässt," kündigte die Architektin an. Zumindest bis Weihnachten ist nach ihren Informationen nicht mit einem Wintereinbruch zu rechnen.

Der "Augustenhof" wird von zwei viergeschossigen Gebäuden gebildet. Die Wohnungsgrößen reichen von 55 bis 200 Quadratmeter. Die großzügigsten Einheiten entstehen als Penthäuser.

Die Höhe der Neubauten hatte in der Planungsphase Protest hervorgerufen: Bewohner der gegenüber liegenden Straßenseite fürchten, dass ihre Häuser buchstäblich in den Schatten gestellt werden. Auch der Bürgerverein Mitte und die Schutzgemeinschaft "Alt-Bamberg" hatten die Pläne als überdimensioniert für die Umgebung gerügt.

Der Bausenat befürwortete das Vorhaben Ende 2014 nach einem Ortstermin und langer Diskussion mit einer knappen Mehrheit. Seit der Stadtrats-Entscheidung gebe es keine Proteste mehr, sagte der Gewobau-Geschäftsführer am Rand des Spatenstichs auf Anfrage.


Nahwärme aus der Wilhelmspost

Dem Unternehmen gehören nicht nur die rund 4000 Quadratmeter, auf denen der "Augustenhof" entsteht. Die Gewobau hat vor Jahren von der Telekom weitere Nachbargebäude und die frühere Wilhelmspost gekauft.

In dieser steht ein Pelletsheizwerk, das über ein Nahwärmenetz die benachbarten Gewo-Immobilien versorgt. Auch der "Augustenhof" soll daran angeschlossen werden.