Was hatten die acht Mannschaften der Bananenflankenliga (BFL) der Deutschen Nationalmannschaft am Wochenende voraus? Während das Spiel der deutschen Elf erst am späten Sonntagabend auf Großleinwand am Maxplatz übertragen wurde, flimmerte das Turnier der acht Jugendmannschaften bereits am Samstag über die große LED-Wand.

5000 Zuschauer, wie sonst bei gutem Wetter üblich, waren es diesmal zwar nicht. Aber ihren Spaß hatten die jungen Fußballer auf dem mobilen Fußballfeld allemal. Und gekämpft um den Sieg wurde ebenso mit großer Leidenschaft wie beim ersten Spiel der Deutschen in Frankreich. Und ihre Fans fieberten mit den jungen Spielern nicht minder begeistert mit. Da gab es La-Ola-Wellen und lautstarke Anfeuerungsrufe.

Bei den acht Teams der Bananenflankenliga, die aus ganz Deutschland nach Bamberg anreisten, spielten ausnahmslos geistig behinderte Kinder und Jugendliche zwischen sechs und 25 Jahren, und zwar in zum Teil gemischten Mannschaften. Ausgetragen auf dem Spielfeld wurde übrigens die erste nationale Meisterschaft.
Ins Leben gerufen worden war die Meisterschaft vom Round Table Deutschland. "Wir haben uns bewusst für den Maxplatz entschieden und nicht für irgendeinen Hinterhof, weil wir die Jungs und Mädels raus aus dem toten Winkel der Gesellschaft bringen wollen", erläuterte Michael Schulz von Round Table Regensburg.

Ein Jahr wurden dazu in über 16 Städten lokale BFL-Vereine gegründet, mit dem Ziel, vor Ort einen Fußballverein für geistig behinderte Kinder ins Leben zu rufen. Dazu übernahm der Round Table zusammen mit weiteren Sponsoren die Anfangsfinanzierung. Den Abschluss des Projekts bildete nun in Bamberg die Meisterschaft. Die Weltkulturerbestadt wurde deshalb ausgewählt, weil hier auch zeitgleich die Jahreskonferenz der Vereinigung stattfand.

"Natürlich setzen wir auch auf Nachhaltigkeit und hoffen, dass die Vereine noch sehr lange erhalten bleiben und die jungen Sportler noch viel Freude am Sport haben werden", sagte Schulz. Dazu hofft Round Table nun auf die Sponsoren vor Ort. Die Firma Brose hat in Bamberg den Verantwortlichen schon mal einen Scheck über 2000 Euro überreicht - obwohl keine Mannschaft aus der Stadt (lediglich aus Coburg) am Turnier beteiligt war.

Der Name Bananenflankenliga wurde von den Initiatoren von Round Table bewusst gewählt: als Analogie zum Leben der jungen Menschen mit Handicap, in dem auch nicht immer alles gerade verläuft.