Ein echtes "Schmankerl" zur neuen Saison bekamen über 200 Jugendliche aus dem gesamten Brose Baskets-Jugendleistungsprogramm geboten.

Sieht man von der Kölner Premiere des Nowitzki-Films "Der perfekte Wurf" ab, gehören sie zu den ganz wenigen Kinogängern im Lande, die vor der Aufführung den Trainer und Mentor des Würzburger NBA-Stars live erlebten: Holger Geschwindner. Möglich machte es Wolfgang Heyder, der sich nun voll und ganz dem Jugendprogramm der Brose Baskets widmet und den ehemaligen FC Bamberg-Spieler für einen seltenen öffentlichen Auftritt gewann.

Es war das Zusammenwirken des Live-Interviews mit dem Film, in dem Geschwindner in unzähligen Szenen omnipräsent war, das den besonderen Reiz der Begegnung ausmachte.

"Wie kriegt man diese Persönlichkeiten alle in einem Film zusammen? Das war zunächst das Hauptproblem vor dem eigentlichen Drehen. Insgesamt gab es über 500 Stunden Filmmaterial. Sieht man einmal von wenigen Ausnahmen und dem Fußballsport ab, ist ein derartiges Einzelportrait ein absolutes Novum", berichtete der Nowitzki-Mentor, der den Hauptanteil daran hat, dass Nowitzki als erster Nichtamerikaner ein Team zum NBA-Titel führte.

"Ihr müsst alles ausprobieren"

Die wichtigsten Stationen und das gesamte Umfeld wurden aufgezeigt. Die Jugendlichen staunten nicht schlecht, als sie Aufnahmen aus den 1990er-Jahren sahen. Holger Geschwindner wandte sich direkt an den Nachwuchs: "Ihr müsst alles ausprobieren an Sportarten, was euch passt. Ihr müsst euere Talente ausfindig machen."

Im Film dann der Beweis: Nowitzki spielte auch erfolgreich Handball und Tennis. Und warum scheitern viele Talente, hakte Heyder nach. Die Antwort des "wichtigen Professors", wie er im Film genannt wird: "Weil die Jungen dem Druck psychologisch nicht gewachsen sind. Allein Talent reicht nicht. 80 Prozent ist Wille! Wir probieren immer noch neue Dinge aus."

Der Film bestätigte Geschwindners Ausführungen. Die erste NBA-Zeit verlief alles andere als rosig. Harte Lehrjahre in Dallas: "Es war schon sehr beeindruckend zu sehen, wie sich Nowitzki hochgekämpft hat. Am besten hat mir der Humor im Film gefallen, der sich durch den ganzen Film gezogen hat. Und natürlich die Szenen, als man hinter die Dallas-Kulissen blicken konnte", fasste JBBL-Spieler Heinrich Ueberall die zwei Stunden zusammen.

Er hatte die Meisterschaft 2011 ebenso live erlebt und noch in bester Erinnerung wie sein Mannschaftskamerad Nils Haßfurther. Auch für ihn waren die Rückschläge in der Entwicklung vom Jugendspieler zum NBA-Star sehr interessant. "Er hatte es ja gar nicht leicht, als er nach Amerika kam. Dann kam das verlorene Finale 2006, als ein vergebener Freiwurf von ihm große Folgen hatte."

Für die Beiden hatte der Abend noch eine dritte Dimension: Denn soweit die Zeit es zulässt, gehen sie am Wochenende zu Holger Geschwinder zum Trainieren. Die Youngsters kamen aus dem Staunen nicht mehr heraus, als Geschwindner im Film die Wissenschaft des "perfekten Wurfs" erklärte. Krümmungsradius, Einfallswinkel, Flugkurve - die Schule lässt grüßen. Geschwindner verdeutlichte auch, dass es viele Kleinigkeiten bei der Schusstechnik sind.

Nachdem der "Macher" des "German Wunderkinds" noch ein paar Fakten zum Film-Start in 125 Kinos - verriet und die Jugendlichen Tipps aus erster Hand serviert bekamen, mussten sie schon schmunzeln, dass "der beste Trainer auf der Welt" einen "chaotischen Lebensstil" haben soll und als "alter Mann, der seine Sachen sehr lange anhat", bezeichnet wurde.

Nichtsdestotrotz: Der "alte Mann" und Interviewer Wolfgang Heyder haben für ein wohl einmaliges Filmerlebnis gesorgt, das vermutlich auch viele erwachsene Fans aus "Freak City" genossen hätten.