Die Entwicklung im Bereich Kita zeigt es: Immer mehr Eltern sind auf die Nachmittagsbetreuung ihrer Sprösslinge angewiesen. Darauf reagiert das Kultusministerium unter anderem mit dem Angebot der Offenen Ganztagsschule auch im Grundschulbereich. Derzeit befindet man sich noch in einer Pilotphase.

Die Gemeinde Memmelsdorf möchte angesichts des ermittelten Bedarfs auf diesen Zug aufspringen. Der Vorteil für die Eltern: Müssen sie bislang für die Mittagsbetreuung an der Grundschule zahlen, so wird sie das jeweils bis 16 Uhr von Montag bis Donnerstag nichts kosten, und die Beförderung wird verbindlich organisiert.

Mittagsbetreuung wird derzeit von zwei verschiedenen Träger an den drei Grundschulstandorten Memmelsdorf, Drosendorf und Lichteneiche angeboten: in zwölf Gruppen mit jeweils maximal zwölf Kindern. Bis zu 9000 Euro kann jede jährlich gefördert werden.

Künftig werden die Gruppen wohl größer sein, aber auch der Fördersatz auf bis zu 27 700 Euro steigen. Nach dem Grundsatzbeschluss des Gemeinderates muss nun noch ein Antrag bei der Regierung gestellt werden, dessen Grundlage verbindliche Anmeldungen bilden.

#Bereits Ende letzten Jahres, so ließ Bürgermeister Gerd Schneider Revue passieren, gab es für die Eltern auch der künftigen Grundschulkinder Infoabend und Fragebogenaktion. Darin zeigte sich grob ein Bedarf von täglich 160 zu betreuenden Grundschülern. Die Grundschule besuchen rund 260 Kinder. Als Experten kamen denn auch der Rektor Klaus Friedmann und Andreas Manglkammer, Fachbereichsleiter für schulbezogene Sozialarbeit beim Verein für Innovative Sozialarbeit (Iso), zur Sitzung. Bereits jetzt gebe es an allen drei Standorten der Grundschule Mittagsbetreuung. Diese werde von zwei verschiedenen Trägern angeboten. Das solle im Zuge der Offenen Ganztagsschule vereinheitlicht werden, unter Regie der Schule laufen und durch eine Träger - konkret über Iso - laufen.

Das begründete der Bürgermeister mit der Vernetzung von Iso in der Gemeinde: Über den Sozialdienstleister und Jugendhilfeträger läuft die Offene Ganztagsschule an der Mittelschule, die Jugendsozialarbeit an der Schule, die offene Jugendarbeit und das Generationenzentrum.Mit der bisherigen Mittagsbetreuung an der Grundschule sei man sehr zufrieden, ließen Bürgermeister, Rektor und Manglkammer wissen. So will Iso die bewährten Kräfte nach Möglichkeit übernehmen und befindet sich in ersten Gesprächen. Etwa 100 Euro pro Monat müssen Eltern derzeit für die Mittagsbetreuung aufbringen. Künftig ist sie an vier Tagen während der Kernzeiten kostenlos.

Freilich besteht zusätzlich die Möglichkeit der Betreuung bis 18 Uhr, freitags und in den Ferien - was dann aber kostet, alles zusammen maximal 75 Euro.


Zwei Tage Pflicht

Rektor Friedmann erklärte, in der Offenen Ganzstagsschule sei die Betreuung an mindestens zwei Tagen verpflichtend, ebenso seien die Buchungen bindend. Es handele sich um schulische Veranstaltungen, weshalb es bei Abwesenheiten offizieller Entschuldigungen bedürfe.

Im Landkreis Bamberg gibt es die Offene Ganztagsschule an der Grundschule bereits in Bischberg, Breitengüßbach, Hirschaid, Litzendorf, Sassanfahrt, Schlüsselfeld, Schönbrunn und Zapfendorf.


Die Raumfrage

Mit der Einführung der Offenen Ganztagsschule, so Rektor Friedmann, tue sich auch die Raumfrage auf, das heißt, man benötigt mehr Fläche. "Die Situation mit 160 Kindern kann in der jetzigen Raumsituation nicht ewig dauern." Für Investitionen werde es wohl aber nur einmal einen Zuschuss geben, merkte er in Anspielung auf die drei Schulhäuser an.

Die Äußerungen im Gremium zeigten breite Unterstützung für da Vorhaben, aber auch ein klares Votum für die Einführung an allen drei Grundschulstandorten. Was Martin Mattausch (VWG) so formulierte: "Wir sollen an unseren drei Schulhäusern festhalten". Was Andreas Spahn (ABD) mit dem Hinweis ergänzte: "Wir haben in Drosendorf vor kurzem erst sehr viel Geld in die Hand genommen." Zum räumlichen Aspekt forderte Harald Hugel (SPD) ein zukunftsträchtiges Konzept. Thomas Nickoleit (CSU/FWG) fasste den Tenor der Aussprache so zusammen: ,,Wir brauchen die Offene Ganztagsschule, wir wollen sie." Möglichst ab kommendem Schuljahr.