Nach dem Terroranschlag in Berlin müssen sich die fränkischen Partyfreunde an Silvester auf mehr Polizei einstellen. Allein in Oberfranken werden dann 100 Beamte mehr unterwegs sein, kündigt Jürgen Stadter, Pressesprecher im Polizeipräsidium, an: "Wir werden mehr Präsenz zeigen, um so frühzeitig mögliche Zwischenfälle oder Delikte bearbeiten zu können." Zum Jahreswechsel gibt es allerdings keinen Brennpunkt, an dem eine besonders große und damit auch potenziell gefährdete Veranstaltung stattfindet.

Allerdings rät Stadter allen Menschen, die Silvester feiern: "Wenn jemanden etwas verdächtig vorkommt oder man gar bedrängt wird, sollte keinesfalls gezögert werden, den Notruf der Polizei unter 110 zu wählen." Nur mit Hilfe einer frühzeitigen Alarmierung könnten Beamte auch rasch zu Hilfe eilen.

Nach sexuellen Übergriffen in der Neujahrsnacht des vergangenen Jahres, als rund 20 Männer Frauen in der Nürnberger Königstraße betatscht und geküsst hatten, haben die Behörden das Sicherheitskonzept angepasst.


Böllerverbot an Schlössern

Vor allem entlang der Achse Hauptbahnhof bis Kaiserburg sowie in der Innenstadt-Fußgängerzone werden mehr Polizisten unterwegs sein. Dabei werden auch immer wieder Taschen kontrolliert. Grund: Rund um die Burg sind Böller nicht erlaubt. Das gilt auch für den Bamberger Domplatz sowie den Residenzplatz in Würzburg. Die bayerische Schlösserverwaltung erklärt: "Es besteht erhöhte Brandgefahr: Raketen, Böller und Funkenflug gefährden die historischen Gebäude erheblich." Zudem gilt an einigen Orten und Altstadtplätzen ein Glas- und Flaschenverbot.

Enrico Ball vom Polizeipräsidium Unterfranken sagt: "In diesem Jahr wird die unterfränkische Polizei mit verstärkten Kräften im Einsatz sein. Die Erfahrungen zeigen, dass es in den Silvesternächten zu 300 bis 400 Notrufen kommt." Zum Jahreswechsel auf 2016 hatte die Polizei in Unterfranken 349 Einsätze zu bewältigen.
Vor allem zu Ruhestörungen und Sachbeschädigungen, aber auch Körperverletzungen und Brände sei es gekommen, fügt Ball an.

Immer wieder geschehen an Silvester schwere Unfälle, wie zum Beispiel Verbrennungen und Verletzungen, weil illegale Böller abgebrannt werden. In diesem Zusammenhang weist Polizeisprecher Ball darauf hin, nur pyrotechnische Gegenstände zu verwenden, die mit einem CE-Kennzeichen und Zulassungszeichen versehen seien. Nicht zugelassene Kracher aus Osteuropa können sehr gefährlich sein.

Die Bundespolizei wird zudem verstärkt an Bahnhöfen und in S-Bahnen in der Landeshauptstadt unterwegs sein. Die Entscheidung über die personelle Aufstockung sei vor dem Anschlag in Berlin getroffen worden. "Wir hoffen auf eine fröhliche und friedliche Silvesterfeier", meint Polizeidirektor Jürgen Vanselow.


Keine Terrorhinweise

In München sei das Sicherheitskonzept nochmals überprüft und neu konzipiert worden, teilte ein Polizeisprecher mit. So werde die Polizei sichtbar, wachsam und sensibel unterwegs sein. Konkrete Hinweise auf eine Terrorgefährdung liegen landesweit nicht vor. Das Jahr 2016 hatte in der Landeshauptstadt mit einer Terrorwarnung begonnen, unter anderem wurden damals auch zwei Bahnhöfe gesperrt. mit dpa