Schausteller hatten Schiffschaukel und Autoscooter aufgebaut, die Geschäfte hatten geöffnet und an den Ständen gab es vom Kartoffelschäler bis zur Wollmütze nahezu alles. Sieben Gaststätten gibt es noch im Städtchen, sechs von ihnen feierten Martini-Kerwa. Auf der Speisekarte standen typische Herbstgerichte wie Karpfen, Rindfleisch mit Meerrettich, Bauernente oder Rehbraten aus dem Steigerwald. Traditionsgebäck gab es auch bei den Bäckern: Ausgezogene Krapfen, Quarkbällchen oder Geschnittene Hasen gingen weg wie die warmen Semmeln.

Neu und zum ersten Mal auf der Schlüsselfelder Kerwa war Günter Blochel mit seinem Coffee Bike. Aus Gleisenberg kommend, hat es der Kaffeeliebhaber gar nicht weit nach Schlüsselfeld. Seit Juli ist er mit seinem fahrbaren Coffeeshop unterwegs und das Geschäft geht sichtlich gut. Den Erfolg begründet er mit seiner speziellen Kaffeeröstung, die bei Kennern sehr beliebt sei. Alle Spezialitäten sind bei ihm zu haben: Vom Espresso, über Latte Macchiato und Irish Cream Latte bis hin zu heißer Schokolade.

Am Tor zur Altstadt zogen die Fenster eines Ladens die Blicke vieler Passanten auf sich. "Michls Holzwerkstatt" nennt sich ein Thüngfelder, der Holzarbeiten in filigraner Schnitztechnik, wie sie im Erzgebirge Tradition haben, anbot. Ebenfalls in Holz, allerdings mit der Motorsäge arbeitet die junge Attelsdorferin (Stadt Schlüsselfeld) Resi Hofmann, die mit ihren Vorführungen zahlreiche Bewunderer ihrer Schnitzkunst anzog.

Einen Kirchweihbaum hatten die Schlüsselfelder Burschen beim Gasthaus Scheubel nahe der Stadtpfarrkirche Sankt Johannes aufgestellt. Die Martini-Kirchweih sei eigentlich der Martini-Markt, erklärte Altbürgermeister Georg Zipfel, ein Schlüsselfelder Urgewächs, gegenüber unserer Zeitung. Zusammen mit fünf weiteren Märkten sei er im Stadtrecht von 1332 verankert.