Die Kerwa 2012 hat das Fass zum Überlaufen gebracht. Wummernden Live-Band-Sound, grölende Spätheimkehrer und Musik aus der Bar bis in den frühen Morgen wollen mehrere Anwohner des Lisberger Festplatzes jetzt nicht mehr hinnehmen.

Sie haben ihrem Unmut in einem Brief an die Gemeinde Luft gemacht und Abhilfe gefordert. Teilweise bis 5 Uhr früh sahen sich die Beschwerdeführer heuer dem Lärm ausgesetzt, machten sie in dem Schreiben deutlich.
Das Problem werde von Jahr zu Jahr größer. Es gehe ihnen nicht darum, anderen den Spaß an der Kirchweih zu vermiesen - doch der Krach müsse zu einer annehmbaren Zeit ein Ende haben, ließen sie wissen. Das bekräftigte auch der Lisberger, der im Namen seiner Nachbarn den Brief verfasst hat, in der Sitzung des Gemeinderats.

Bürgermeister Peter Deusel (ÜPL) hatte den Festplatz-Anliegern schon schriftlich eine Änderung der Sperrzeiten versprochen. Die Räte waren sich einig, dass man einerseits den Interessen der Veranstalter Rechnung tragen sollte, die erst ab 22 oder 22.30 Uhr mit einem vollen Zelt rechnen könnten, andererseits aber auch der Forderung der Festplatz-Nachbarn nach einigermaßen ungestörter Nachtruhe nachkommen müsse. Deusel schlug vor, bei der nächsten Erteilung der Kirchweih-Schankgenehmigung die Vorgaben der Polizei einfließen zu lassen. Auf jeden Fall müsse man neu über die Sperrzeit nachdenken, sagte er.

Diese bräuchte ja nicht unbedingt an allen Kirchweihtagen gleich sein, wurde aus den Reihen der Räte angeregt. Zweiter Bürgermeister Harald Schneider (ÜPL) beispielsweise schlug vor, sie an dem Tag, an dem auf der Kerwa Tanz angesagt sei, bei 3 Uhr zu belassen und ansonsten ein früheres Feier-Ende anzuordnen.

Monika Fries (CSU) machte darauf aufmerksam, dass nicht aller Kirchweihlärm nur vom Zelt ausgeht. Besonders auf dem unbeleuchteten Spielplatz stünden bis in die Morgenstunden Jugendliche zusammen, die mitgebrachten Alkohol konsumierten und sich auch nicht gerade leise verhielten.

Der Kerwasverein sollte Security-Kräfte verpflichten, die dafür sorgen, dass zur vorgegebenen Zeit das Gelände geräumt ist, schlug der Bürgermeister weiter vor. Der Sport- und Kulturausschuss wird sich Anfang des nächsten Jahres mit den Kerwasburschen und -madla sowie einem Vertreter der Festplatz-Anlieger zusammensetzen und nach Lösungen suchen.