Noch liegen die offiziellen Zahlen nicht vor und die Statistik ist noch nicht ausgewertet. Dennoch hat die Polizeiinspektion Bamberg bei der Sitzung des Sicherheitsbeirates eine erste Einschätzung zu aktuellen Sicherheitsfragen in der Stadt gegeben. Diese weißt jetzt schon eine Zunahme der Straftaten um fünf bis acht Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf. Und zwar hauptsächlich im Bereich der Eigentumskriminalität.

Dabei sind es weniger die Wohnungseinbrüche, die zu Buche schlagen, als vielmehr die Raub- und Ladendelikte. "Vor allem bei den Ladendiebstählen haben wir einen Anstieg verzeichnet, bei denen oftmals auch Bewohner der Aufnahmeeinrichtung beteiligt waren", schilderte Polizeidirektor Thomas Schreiber von der Polizeiinspektion Bamberg-Stadt. Allerdings gibt es hier ein zweigeteiltes Bild: So wurden bis Juli dieses Jahres von den Asylsuchenden vor allem Gebrauchsgegenstände wie Babynahrung, Schuhe, Kleidung oder Alkohol aus den Läden entwendet. Insgesamt hielten sich bis dahin die Diebstähle aber noch im Rahmen.

Mit der Umwandlung der ARE in das Aufnahmezentrum Oberfranken (AEO) seien jedoch die Eigentumsdelikte, die von Flüchtlingen begangen wurden, sichtbar angestiegen. Vor allem werden seitdem gezielt hochwertige Produkte wie Handys und technische Geräte gestohlen. "Auch wenn es noch nicht beunruhigend ist, steuern wir rigide dagegen", betonte der Polizeidirektor. So zeige die Polizei zusammen mit der Bereitschaftspolizei in der Stadt mehr Präsenz und versuche, die zum Teil bekannten Kriminellen von den sich nichts zu Schulden lassen kommenden Flüchtlingen zu isolieren und ihnen das Handwerk zu legen. Zudem gebe die Polizei jegliche Verstöße von Flüchtlingen an die Regierung von Oberfranken, die die Aufnahmeeinrichtung betreibt, und an die Staatsanwaltschaft unmittelbar weiter, damit diese weitere rechtliche Schritte einleiten.


Flüchtlinge aus 14 Herkunftsländern

In der AEO leben nach Auskunft von Jakob Daubner, Sachgebietsleiter bei der Regierung von Oberfranken, aktuell 1014 Asylsuchende aus 14 Herkunftsländern. Der Anteil der Marokkaner, von denen angeblich, wie der Sicherheitsbeirat Klaus Stieringer (SPD) mitteilte, zahlreiche Eigentumsdelikte begangen werden sollen, liegt bei 38 Personen.

Zurzeit steigt die Auslastung in der Einrichtung wieder an. Im Schnitt sind es pro Tag elf Flüchtlinge, die in die AEO im Bamberger Osten aufgenommen werden. Die Kapazitätsgrenze liegt derzeit bei 1430. "Wir bauen aber weiter Stück für Stück aus und werden bis nächstes Jahr Platz für bis 3400 Flüchtlinge bieten können", sagte Daubner. Zudem gebe es mittlerweile in der Einrichtung die lange von vielen Seiten geforderte Asylsozialbetreuung.

Eine positive Bilanz konnten Polizei und Ordnungsamt in Sachen Sandkerwa 2016 ziehen. "Wir waren aufgrund der Terroranschläge gezwungen, noch einmal Sofortmaßnahmen umzusetzen", berichtete Christine Feldbauer, Leiterin des Ordnungsamtes. So wurden unter anderem der Sicherheitsdienst aufgestockt und erstmals Taschenkontrollen durchgeführt. Auch die Polizei ging neue Wege und setzte weniger auf Zivilbeamten, sondern zeigte mit Uniformierten Präsenz. "Zusammen mit der Lautsprecheranlage, die heuer installiert worden ist, kann man das Sicherheitskonzept durchweg erfolgreich bewerten", bilanzierte Feldbauer.

Den Besucherrückgang führte die Amtsleiterin möglicherweise auf das extrem heiße Wetter zurück. Und sicherlich sei auch ein kleiner Teil der sonstigen Besucher wegen der Angst um einen Terroranschlag der Sandkerwa ferngeblieben.