Zum Abschluss der Sandkerwa krachte es am Montagabend noch einmal gewaltig im Sandgebiet: am Himmel beim Hochfeuerwerk, das traditionell das Kerwaende einleitete. Fünf Tage herrschte teilweise Massenandrang rund um die Elisabethenkirche. Insgesamt, so schätzen die Veranstalter, waren an den Festtagen rund 300 000 Menschen unterwegs. Im Großen und Ganzen feierten die Besucher jedoch friedlich.

Besonders das Fischerstechen und die italienische Nacht waren Publikumsmagnete. Nur das Wetter ließ zu wünschen übrig. Mit Ausnahme vom Donnerstag, an dem es noch verhältnismäßig warm war, herrschten zum Teil sehr kühle Temperaturen. Zudem regnete es zwischendurch immer wieder.

Dennoch war es, wie Ulrike Heucken von der Sandkerwa Veranstaltungs-GmbH bilanzierte, eine "wunderschöne, entspannte Kirchweih mit gut gelaunten Leuten".

Lediglich Samstagnacht, so schränkte sie ein, hätten sich einige Besucher "ihr Mütchen gekühlt". Ansonsten jedoch hätte eine gute und sehr friedliche Atmosphäre geherrscht. "Wir sind wirklich allen Besuchern der Sandkerwa sehr dankbar, dass sie sich so zivilisiert verhalten haben und wir eine schöne Kirchweih feiern konnten", unterstrich Heucken


Pissboxen als Tratschpunkt

Sehr gut angenommen wurden einmal mehr die Urinalständer. Vor allem der zusätzliche im Sandbad. "Hier ist früher der Urin aus der Gasse geflossen. Das haben wir nun weitestgehend in Griff bekommen", berichtete die Sandkerwa-Geschäftsführerin. Erheitert hat sie auch, dass die sogenannten Pissboxen als regelrechte Kommunikationsorte für Männer dienten. Wie bei den Waschweibern soll dort getratscht worden sein . . .

"Erfreulich auch, dass die Sperrzeiten unserer Standbetreiber eingehalten wurden. Und auch die Müllberge auf der Markusbrücke haben deutlich abgenommen", erläuterte Heucken. Die Besucher hätten sich disziplinierter verhalten und die Müllcontainer benutzt.

Mehr zu tun hatte die Bamberger Polizei, die während der Festtage von Kräften der Bereitschaftspolizei sowie aus Coburg unterstützt wurde. "Obwohl die polizeilichen Einsätze 2013 bereits von 89 auf 97 gestiegen waren, musste in diesem Jahr nochmals ein deutlicher Anstieg auf insgesamt 137 Einsätze verzeichnet werden", heißt es im Bilanzbericht der Polizei Bamberg Stadt. Der Schwerpunkt der Einsätze sei besonders in den Nächten auf Samstag und auf Sonntag gewesen.

Während die Diebstahlsdelikte von 13 Fällen auf nur zwei sanken, haben die Körperverletzungsdelikte erheblich zugenommen. Insgesamt verzeichnete die Polizei 14 Gewaltdelikte, die für einen Beteiligten mit einem Nasenbeinbruch endeten.

Aber auch Polizeibeamte seien in zwei Fällen angegriffen worden. Ausnahmslos alle Beteiligten von Körperverletzungsdelikten und Sachbeschädigungen standen deutlich unter Alkoholeinfluss, sechs Personen mussten deshalb die Nacht in der Ausnüchterungszelle der Polizei verbringen.

Die Zahl der Wildpinkler, die mit einem Ordnungsgeld von 35 Euro verwarnt wurden, blieb mit 25 auf Vorjahresniveau. Lobend erwähnte die Polizei, dass sowohl die Bestandsgastronomie als auch alle Standbetreiber die Sperrzeiten einhielten.

Die Sanitätskräfte wurden während des Festes zu deutlich weniger Einsätzen als im Vorjahr gerufen. "Wir hatten rund ein Viertel weniger Patienten zu versorgen als im letzten Jahr, was wohl an dem eher mäßigen Wetter gelegen haben dürfte", schilderte Jürgen Wachter, Stellvertretender Kreisbereitschaftsleiter des BRK. Insgesamt mussten sie an fünf Tagen 33 Patienten (2014: 44 Patienten) ärztlich versorgen; davon 16 allein am Kerwasamstag.


110 Retter im Einsatz

Sieben Einsätze waren alkoholbedingt, fünf Besucher mussten nach Schlägereien behandelt werden, 13 Kerwagäste hatten sich Schnittwunden zugezogen und drei hatten internistische Probleme. An den fünf Tagen waren 110 Rettungskräfte im Einsatz, die 1090 Einsatzstunden leisteten.

Einzig bei der Wasserrettung und der Feuerwehr ging es ganz ohne Kirchweiheinsätze ab. Dennoch waren beide an allen Kerwatagen mit einer ständigen Wache vor Ort und hielten für alle Fälle die Stellung . . .