Bis ein würdiger und für die Öffentlichkeit zugänglicher Platz gefunden ist, darf sich Robert Martin noch über ein etwas anderes "Bild" in seinem Büro freuen: In fröhlich leuchtender Illustration kommt der Bayerische Energiepreis daher, den der Landkreis erhalten hat. "Als erste Kommune überhaupt", gibt Martin mit dem Stolz in der Stimme preis, der normalerweise frisch gebackenen Eltern zu eigen ist.

Ein bisschen Vater-Ansprüche stehen dem Klimaschutzbeauftragten des Landkreises durchaus zu; nicht zuletzt seinem Engagement und seiner Beharrlichkeit ist die Auszeichnung zu verdanken. "Ich sehe ihn ein bisschen wie den Oscar für mein Lebenswerk."

Berufs-Lebenswerk wohl. Denn der 59-Jährige ist gerade mal acht Jahre im Amt des Landkreis-Klimaschutzbeauftragten tätig. Zwei Kräfte unterstützen ihn. Dank der Initiative von Landrat Johann Kalb (CSU) wird sich im Frühjahr ein Techniker dazu gesellen. "Wir legen Wert auf Praktiker", führt Kalb beim Presse-Termin dazu aus.
Mit einer kleinen Abordnung hat der Landrat der Preisverleihung in Nürnberg beigewohnt. Wesentlich wertvoller als die ausgelobten 2000 Euro ist ihm die Würdigung und Anerkennung dessen, was der Landkreis Bamberg in Sachen Umwelt mit seinem Klimaschutzmanagement geleistet hat und weiter zu leisten gewillt ist.

Den Bayerischen Energiepreis gibt es seit 2007. Bei der zehnten Preisverleihung hat es Bamberg als erster Landkreis überhaupt unter die Preisträger geschafft hat. "Bevor es diesen Preis gab, wurde nur 1999 mal eine Kommune für Umweltschutz ausgezeichnet", hat Martin recherchiert. Der Bayerische Energiepreis wird in insgesamt acht verschiedenen Kategorien ausgelobt. Der Landkreis konnte sich in der Sparte "Kommunale Energiekonzepte" durchsetzen. Insgesamt hatten sich in allen Kategorien 280 Gemeinden, Betriebe beworben.

Worauf fußt nun eigentlich der Landkreis-Preis?


Immer wieder ein Vorreiter

Wie der Titel signalisiert, eben auf dem Konzept. "Wir haben dabei wohl alles richtig gemacht," stellt der Landkreis-Chef fest. Immer wieder nehme der Landkreis auf dem Sektor Klimaschutz und Energie eine Vorreiterrolle, freut sich der Landrat.

Robert Martin ergänzt das mit Stichpunkten: "Wir haben mit der Stadt Bamberg eine Klima-Allianz gegründet, eine Potenzialanalyse erstellt, ebenso ein Solarflächenkataster und ein Wärmekataster. Als investive Maßnahmen haben wir Biomassenheizwerke realisiert, die Klima- und Energieagentur zusammen mit der Stadt Bamberg ins Leben gerufen, Klimaschutzziele formuliert und waren in Sachen Elektromobilität Vorreiter, da nehmen wir in Bayern übrigens einen Spitzenplatz ein. " Ein flächendeckendes E-Carsharing-System im Landkreis ist nun das nächste Ziel, so Landrat Kalb.
Das Preisgeld soll auf jeden Fall in Klimaschutzprojekte fließen. Die Auszeichnung selbst empfinde er so "wie eine Goldmedaille bei Olympischen Spielen". Der Verweis auf den Energiepreis wird künftig die offiziellen Landkreis-Briefe schmücken. "Denn Klimaschutz geht alle Bereiche an", so Kalb abschließend.