"Bei allen Problemstellungen, die sich aus der Auflösung des US-Standortes ergeben, dürfen wir vor allem auch aus der Verantwortung für nachfolgende Generationen sowohl die geschichtliche Dimension als auch die vorhandenen Zeitdokumente nicht vernachlässigen", so der "gelernte" Historiker und Bürgervereinsvorsitzende Christian Lange.

Ihm geht es laut Pressemitteilung hauptsächlich um folgende Fragen: Wie ist der Stadtteil Bamberg-Ost gewachsen? Welche städteplanerischen Konzepte wurden dabei verfolgt? Welche Ost-West-Verbindungswege waren vorhanden? Welche traditionellen Wegeverbindungen wurden von den Kasernenbauten der US-Amerikaner unterbrochen? So habe es zum Beispiel eine Verbindung zwischen der Wörth- und der Zollnerstraße gegeben, die mit einer Mauer an der Zollnerstraße geschlossen worden sei. Diese könne leicht zurückgebaut werden, so dass sich eine "alte" Wegeverbindung in dem Areal neu erschließen lasse.

Außerdem gebe es noch weitere Besonderheiten, die im Prozess der Konversion berücksichtigt werden sollten: So habe das Areal eine sehr interessante Standortgeschichte. Es sei wünschenswert, das Gedenken an die "17er" Reiter zu bewahren, aus deren Reihen Widerstand gegen den Nationalsozialismus ausgegangen sei. Auch Erinnerungen an das Infanterieregiment Nr. 5 und das Panzerrregiment 35 sollten, so die Meinung des Vorsitzenden des Bürgervereins, aufrecht erhalten werden. Und schließlich gelte es, die Entwicklung des US-Militärstandortes zu dokumentieren.

Eine besondere Bedeutung habe indes die John F. Kennedy-Halle als Geburtsstätte des Bamberger Basketballs. Hier stelle sich die Frage, wie Jugendlichen dieser Aspekt vermittelt werden könne. Lange kündigte an, er werde in einem Schreiben an den Oberbürgermeister die Einrichtung eines entsprechenden Fachforums vorschlagen, das den historischen Aspekt der Konversion des US-Standortes wissenschaftlich beleuchten sollte.