Christine Feldbauer vom Ordnungsamt der Stadt ist ein Stein vom Herzen gefallen. Seit Monaten dauert das Tauziehen um die Finanzierung der Sandkerwa schon an. Die neuen Sicherheitsauflagen schienen immer neue Hürden aufzutürmen. Nun scheint der Durchbruch gelungen, es sieht ganz danach aus, als ob die Sandkirchweih nachhaltig gesichert wäre.

Es war eine Blitzentscheidung, die nach vielen Gesprächen im Vorfeld fiel. Der Finanzsenat segnete gegen die Stimmen der Grünen einen Kompromiss ab. Er ebnet den Weg zur dann 66. Sandkerwa im August 2016. Kernbestandteil ist das Ja der Stadt, bis zu 30 000 Euro im Jahr für die Anmietung einer Lautsprecherwarnanlage bereitzustellen.

Sie soll im Fall unvorhergesehener Ereignisse die Besuchermassen lenken. Als ebenso hilfreich wertete Feldbauer die Entscheidung des Bürgervereins Sand, für die Durchführung des Großereignisses ein professionelles Unternehmen mit einem Sicherheitskonzept zu beauftragen,Voraussetzung für die Genehmigung. Nach dem derzeitigen Planungsstand werfen die neuen Auflagen im Jahr 2016 Mehrkosten von rund 73 000 Euro auf. Sie sollen durch eine Verteuerung der Festabzeichen auf drei Euro sowie durch höhere Standgebühren wieder hereingeholt werden.

Die 80 Standbetreiber haben die Erhöhung zwischenzeitlich akzeptiert. Das erklärt, warum die lange Zeit schleppenden Verhandlungen um die Rettung der Kerwa nun vergleichsweise schnell zu einem guten Ergebnis kamen.

Beim Finanzsenat, der seine Empfehlung für die heutige Stadtratssitzung ohne große Diskussion getroffen hat, mag die Entscheidung zudem befördert haben, dass sich viele Städte in Franken ihre großen Feste viel Geld kosten lassen. So liegt die Deckungslücke beim "Berg" in Erlangen bei rund 50000 Euro. Forchheim lässt sich das Annafest laut Stadt jährlich 100 000 Euro kosten, ein Defizit von einer viertel Million entsteht beim Villacher Kirchtag.

Mit dem Kompromiss sind auch Überlegungen vom Tisch, Eintrittspreise für die Kerwa zu verlangen oder Sponsoren zu finden, die darauf verzichtete hätten, Werbung zu machen und so den Ansturm noch zusätzlich zu befeuern.

Mit Freude kommentierte auch Ulrike Heucken von der Sandkerwa GmbH die Entscheidung. Das motiviere für die viele Arbeit, die in den nächsten Monaten vor den Veranstaltern aus dem Bürgerverein Sand liege.