Viele Kemmerner waren erwartungsvoll in den Festgottesdienst gekommen, um die Weihe der Orgel durch Domkapitular Peter Wünsche mitzuerleben und die Orgel das erste Mal zu hören - und wurden nicht enttäuscht. Domorganist Professor Markus Willinger begleitete die Liturgie persönlich am Spieltisch der neuen Orgel. Im Anschluss gab es auf dem Kirchenvorplatz eine Agape für die Bevölkerung, während der Musikverein Kemmern aufspielte.
In insgesamt vier jeweils halbstündigen Führungen erklärte Orgelbauer Sebastian Kurig die Funktionsweise und die Besonderheiten der relativ "kleinen" und kompakten Orgel. So konnte jeder auch einmal in das Innere der Orgel blicken und an Beispielen die verschiedenen Stimmen der Orgel einzeln und in Kombination hören.
Simon Sennefelder, ein Organist aus Breitengüßbach, durfte sich auch gleich an das Manual setzen, um Sebastian Kurigs Ausführungen an der Orgel zu demonstrieren. Er war sichtlich angetan: "Spielen lässt sie sich wirklich gut." Ein waschechter Kemmerner, der nach dem Krieg selbst noch den Blasebalg treten musste, zog direkt den Vergleich zur alten Orgel: "Da liegen Welten zu der vorherigen Orgel. Und dass das Geld gut angelegt ist, sieht und hört man gleich."
Thomas Bittner, Organist in Kemmern und Mitglied des Orgelausschusses, findet das Spielgefühl auf der neuen Orgel "überwältigend, beziehungsweise besser trifft es: mächtig. Der Organist hat nun die Macht, Klangfarben und Ausdruck in sein Spiel zu bringen." Markus Willinger äußerte sich ebenfalls hoch zufrieden über das gute Miteinander bei der Konzeption und der Ausführung, aber auch über das Endergebnis: "Alles an Akustik ist ausgeschöpft, das war nicht leicht, ist aber sehr gut gelungen."