Wenn im Bamberger Rathaus auf den Sitzungstischen der Sekt steht, sich der Erzbischof sowie beide Bundestagsabgeordnete einfinden und wenn die drei Bürgermeister ihre Anzüge gegen Sporttrikots tauschen, spätestens dann weiß man: Die Basketballer haben einmal mehr die Meisterschaft geholt.

Bemerkenswert bei der Trikotauswahl war nur, dass zumindest Oberbürgermeister Andreas Starke (SPD) und Bürgermeister Christian Lange (CSU) den Farben ihrer Partei treu blieben. So wählte Starke ein rotes und Lange ein schwarzes Trikot. Nur Bambergs dritter Bürgermeister Wolfgang Metzner (SPD) blieb nicht "parteikonform" und wählte ein Schwarzes. Dafür bekam er auch gleich ein spontanes Lob vom seinen Amtskollegen Christian Lange: "Schwarz steht dir übrigens gut."

Bis zum Empfang im Rathaus jedoch mussten sich die Gäste dort gut eine Stunde nach dem Eintreffen der Mannschaft gedulden. Denn zunächst wurde mit den rund 2500 Fans gefeiert. Erst als Oberbürgermeister Starke sein inzwischen zur Routine gewordenes Ritual einleite und zum einen die Sperrzeit für die Nacht aufhob, zum andern mit den Fans sein Lieblingslied "Bamberg ist die geilste Stadt der Welt" anstimmte, zog die Mannschaft nebst Trainer und Stab ins Rathaus. Nach einer kurzen Dankesansprache von Starke trugen sich dort dann alle dicht umlagert von Fans, Stadträten und Fotografen, ins goldene Buch der Stadt ein.


Bis in die Morgenstunden

Anschließend zogen die Mannschaft und ihr Tross ohne Fans weiter zum Feiern in die Brasserie. Insidern zufolge soll die Stimmung dort ausgelassen und heiter gewesen sein - und zwar bis in die frühen Morgenstunden. "Auch hier wurde einmal mehr deutlich, dass die Mannschaft sich nicht nur auf dem Spielfeld versteht, sondern auch menschlich", bilanzierte Brose-Baskets-Mediendirektor Thorsten Vogt.

Weniger Feierlaune hingegen kam beim Public Viewing zum ersten Spiel der deutschen Nationalmannschaft am Maxplatz auf. Aufgrund des einsetzenden Regens waren es nur wenige Hundert Fans, die das Spiel auf Großleinwand verfolgten.