Johann Pfister ist stinksauer. Keine zwei Jahre liegt die Generalsanierung der Bischberger Grundschul-Turnhalle zurück. Und schon sind die beiden Basketballkörbe an den Seiten futsch, sie hängen schief von den Wänden. Pfister (BI) zeigt sich verständnislos: "Es kann nicht sein, dass man mit Sachen, die einem kostenlos zur Verfügung gestellt werden, nicht schonend umgeht." Gut 1,4 Millionen Euro teuer war die Hallensanierung. Jetzt will Pfister ein Exempel statuieren: Meldet sich der Verursacher nicht, wird die Halle gesperrt. In der ersten Märzwoche für alle. Ausnahme die Grundschule.

"Der Schulbetrieb muss ja stattfinden," erklärt Johann Pfister dazu. Außerdem kann er sich nicht vorstellen, dass ein Grundschüler die Distanz bis zum Korb hochspringen kann und sich dann hinhängt. Weder von der Körpergröße noch vom Körpergewicht her, hält der Bürgermeister es für möglich, dass diese Sachbeschädigungen auf das Konto der Grundschüler ginge. In der NBA und bei den Brose Baskets sei es vielleicht Gang und Gäbe, sich nach dem Treffer an den Korb zu hängen, weshalb man knickbare verwendet. Für Bischberger Belange seien derartige Körbe nicht erforderlich, wie man bereits vor der Sanierung in Übereinstimmung mit den Vereinen beschlossen habe.


Verschiedene Vereine in der Halle


Neben der Grundschule nutzen verschiedene Vereine aus der Gemeinde und die VHS diese Halle. Die Turnhalle der Hauptschule wird gleichfalls von Vereinen genutzt. Es gebe auch Bücher, in denen die Nutzer gehalten sind, Schäden zu vermerken. Damit man rekonstruieren kann, wann und wo möglich bei wem ein Schaden entstanden ist. Ein Schaden selbst sei kein Problem und könne immer vorkommen, zeigt sich der Bürgermeister realistisch. Dann müsse eben auf die Ursache geschaut werden. Es gelte, ein Bewusstsein zu schaffen und wenn Mutwillen im Spiel war, dann müsse der Schaden beglichen werden.

Aber so wie jetzt könne es nicht weiterlaufen. Pfisters Vorwurf richtet sich gegen die Nutzer, die noch wenig in diese Richtung sensibilisiert sind. Neben der Grundschule wird die Halle nach Unterrichtsschluss auch von etlichen Sport- Vereinen oder der VHS genutzt. Die Halle der Hauptschule steht den Bischberger Vereinen gleichfalls unentgeltlich zur Verfügung.

Pfisters derzeitiger enormer Unmut lässt sich vielleicht auch aus einem anderen Vorfall heraus nachvollziehen. Beim Hallenbad gibt es einen Briefkasten. Der ist für die Turnhallenschlüssel bestimmt, das heißt die jeweils letzten Hallennutzer schließen die Hallen ab und werfen den Schlüssel hinein. Der Schwimmmeister holt ihn raus und gibt ihn den nächsten Nutzer weiter. Eben dieser Briefkasten war vor kurzem zerstört, die darin befindlichen Hallenschlüssel mitgenommen worden.


Anzeige erstattet


Natürlich hat die Gemeinde Anzeige erstattet. Bürgermeister Johann Pfister und Verwaltungschef Michael Dütsch haben aber auch selbst ermittelt. Mit entsprechendem Insiderwissen und umgehenden Erfolg. Als Motiv hatten sie "Langeweile" ausgemacht. Die geständigen Täter hatten die Schlüssel dann sofort zurückgegeben. Verdonnert wurden die 15-Jährigen zu jeweils einem Arbeitstag im Bauhof. "Und die 150 Euro für den Briefkasten müssen sie auch bezahlen," betont der Bürgermeister. Es gelte, ein Zeichen zu setzen, dass man mit derartigem eben nicht mehr durchkommt, dass die Gemeinde nicht gewillt ist, Vandalismus länger hinzunehmen.

Genau deswegen auch das Vorgehen bei der Grundschul-Turnhalle. "Nicht zum hinhängen geeignet" steht übrigens extra noch auf den Aufklebern an den Brettern.



Was sagen die Vereine dazu

Zuerst einmal kann Michael Düthorn, Erster Vorsitzender der Bischberg Baskets, den Unmut der Gemeinde verstehen. "Es gibt immer wieder Vorkommnisse in den Hallen, da wird Licht angelassen, nicht aufgeräumt, Essensreste bleiben liegen und so weiter." Da habe es die Gemeinde nicht leicht und er keine Lösung.

Sechs der sieben Bischberg-Basket-Teams nutzten die Grundschul-Halle für Trainings-Einheiten zu je eineinhalb bis zwei Stunden. Die Trainer hätten zwar alle die Anweisung, das Festhalten an den Körben zu verbieten, aber zu 100 Prozent lasse sich die Einhaltung nicht kontrollieren. Und wenn sich jemand dann doch einmal festgehalten und den Korb kaputt gemacht habe, sei noch nicht garantiert, dass er das auch melde. Deswegen lasse sich nicht ausschließen, ob die Baskets hier Schuld trifft oder nicht.

Gleichwohl hat der Verein schon über eine Lösung nachgedacht: Nachdem sich nicht ausschließen lässt, dass sich doch einmal wieder irgendjemand an einen der Seitenkörbe hängt, die übrigens nicht in der Norm-Höhe von knapp über drei Metern hängen, sollten die Ersatzkörbe einfach stabiler sein. Die Bischberg Baskets hätten der Gemeinde sogar schon angeboten, sich finanziell an der Ersatzbeschaffung zu beteiligen. Nun liege alles Weitere bei der Gemeinde.


Was sagt die Polizei dazu


Die hat, wie bereits erwähnt, die Anzeige wegen Sachbeschädigung zurückgezogen. Wie sieht es generell mit ähnlichen Vorkommnissen in anderen Gemeinden aus? Wir haben bei der Polizei nachgefragt. Helmut Fischer von der Bamberger Polizei hat in Statistiken "gewühlt". Sachbeschädigungen in Schulen und speziell in Turnhallen "sind kein Schwerpunkt für uns," lautet das Ergebnis seiner Recherchen. Freilich gibt er zu bedenken, dass es vermutlich oftmals Beschädigungen an und in Hallen gibt, die der Polizei nicht gemeldet werden. Solche, bei denen nicht ersichtlich ist, ob sie mutwillig oder versehentlich begangen wurden, oder aber schlicht auf Materialermüdung und Abnutzung zurück zu führen sind. Und dann gebe es meist Hausmeister oder und Bauhof, die rasch für Ersatz sorgten.

Der Blick in die Statistik zeigt Folgendes: So genannte Vorgänge an Schulen (zu denen das Gros der Sporthallen gehört) sind 2014 insgesamt sechs dokumentiert. Bei der Hälfte davon handelt es sich um Graffiti. In diesem Jahr wurden bereits drei Fälle von Schmierereien gemeldet. Damit hat die Polizei keinen nennenswerte Vorfälle wie den in Bischberg, die als Anzeige zu behandeln waren.