Die im Eigentum der Gemeinde Litzendorf stehende Kapelle in Tiefenellern war in einem schlechten Zustand und wurde jetzt grundlegend renoviert. Mit den Arbeiten wurde im Januar 2016 begonnen. Inzwischen sind sie abgeschlossen.

Eingebaut wurde ein neues Holzpodest aus Eiche. Die vorhandenen historischen Kirchenbänke wurden restauriert und die Knie- und Sitzbänke mit schwarzem Kunstleder überzogen. Der Mittelgang wurde mit Juramarmorplatten versehen.

Da die Außenwände sehr feucht waren, erfolgte der Einbau einer Horizontalsperre. Das Kirchenschiff wurde in Ocker gestrichen und unterhalb der weißen Decke ziert ein Begleiter in zwei Farben die Wände. Blaue Bordüren (Blätterbänder) umrahmen die Fenster. Diese Bänder ähneln einem alten Muster, das bei der Befunduntersuchung unter den alten Anstrichen gefunden wurde.


Neue Orgel

Die vorhandene Treppe zur Empore wurde komplett überholt und die vorhandenen Sicherheitsmängel beseitigt. Das Harmonium war von starkem Holzschädlingsbefall betroffen und altersbedingt in einem schlechten Allgemeinzustand. Es musste daher eine neue Orgel angeschafft werden.

Da auch der Altarbereich den heutigen Anforderungen nicht mehr entsprach, wurde zusammen mit Pfarrer Marianus Schramm dieser Bereich neu gestaltet. Ein neuer Altar und Ambo in Juramarmor wurden angeschafft. Die Sedilien dazu fertigte Johannes Pfeufer.

Die Kosten für die Baumaßnahme belaufen sich auf rund 65 000 Euro. Zuschüsse werden vom Erzbistum Bamberg, der Oberfrankenstiftung und dem Landesamt für Denkmalpflege erwartet. Auch aus dem Vermögen der Kapelle Tiefenellern wurde ein beträchtlicher Betrag zur Verfügung gestellt. Rund 900 ehrenamtliche Stunden haben die Tiefenellerner erbracht. Die Leitung der Sanierungsarbeiten lag in den Händen von Bernhard Hemmer und Friedrich Stumpf.

Im Rahmen der Nachforschung über die Baupläne im Staatsarchiv in Bamberg ist man auf das Datum der Erbauung der Kapelle gestoßen. Das Jahr der Fertigstellung war 1866. Aus den Unterlagen ging hervor, dass die vorhandene kleine Kapelle baufällig war und durch eine größere im Jahre 1866 ersetzt wurde. Die Kosten sollten ausschließlich mit Hand- und Spanndiensten bestritten werden. Die kinderlosen und vermögenden Bauerseheleute Wenzeslaus und Margaretha Rosenzweig verpflichteten sich, die Kosten des Baues, die nicht gedeckt waren, aus eigenen Mitteln aufzubringen. Die Gemeinde Tiefenellern wiederum verpflichtete sich, für den den Unterhalt des Kirchleins zu sorgen.

Die Kapelle wurde 1893 erweitert, 1935 erfolgte der Einbau der Empore und 1952 der Anbau der Sakristei.
Das Jubiläum "150 Jahre Kapelle Tiefenellern" wird am morgigen Samstag begangen. Der Festgottesdienst beginnt um 15 Uhr. Der gemütliche Teil findet im Schulhof statt, zu dem alle anschließend herzlich eingeladen sind.

Der Erlös des Festes und die Kirchenkollekte werden zur Finanzierung der neuen Orgel verwendet.